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Demonstrationen in Venezuela

Anhänger und Gegner des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez haben in der Nacht zum Mittwoch gleichermaßen die Mitte seiner sechsjährigen Amtszeit gewürdigt.

Während die Anhänger die Verdienste des linksgerichteten Staatsoberhaupts für die Armen lobten, kündigten seine Gegner die offizielle Einleitung einer Volksabstimmung zu seiner Amtsenthebung an. Chavez selbst, der sich in Argentinien aufhielt, bekräftigte sein Ziel, den Armen Machtbefugnisse zu erteilen, damit sie ihre Situation verbessern könnten.

Bei den Feiern der Anhänger des Präsidenten am Dienstag verkauften Soldaten auf einem Markt der Hauptstadt Caracas Lebensmittel zu extrem niedrigen Preisen. Ärzte boten kostenlose Untersuchungen an. „Dies ist die einzige Regierung, die ein Interesse am Schicksal der Armen bewiesen hat“, erklärte eine 29-jährige Mutter, die die Gesundheit ihres Babys überprüfen ließ. Mitglieder der Opposition, die am späten Abend in den Straßen von Caracas demonstrierten, verkündeten indessen das baldige Aus für Chavez.

Gemäß der Verfassung ist es nach Ablauf der Hälfte der Amtszeit des Präsidenten möglich, formell ein Referendum zu seiner Abwahl zu beantragen. Zu diesem Zweck wollten die Gegner noch im Laufe des Mittwochs eine Liste mit 2,7 Millionen Unterschriften einreichen. Die Opposition hatte zu Beginn dieses Jahres einen zweimonatigen Streik organisiert, um den Rücktritt der Regierung durchzusetzen. Dies gelang nicht, doch wurde die Wirtschaft des Erdöl exportierenden Landes nachhaltig getroffen.

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