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Demo in Moskau für Prozess zu Politkowskaja-Mord

Zwei Jahre nach den tödlichen Schüssen auf die regierungskritische russische Journalistin Anna Politkowskaja haben Demonstranten einen öffentlichen Prozess gefordert. Rund 200 Menschen gedachten am Dienstag auf dem Moskauer Puschkin-Platz der ermordeten Reporterin, die am 7. Oktober 2006 vor ihrer Wohnung in der russischen Hauptstadt erschossen worden war.

“Wir fordern einen öffentlichen Prozess”, war auf einigen Plakaten zu lesen. Andere Demonstranten trugen rote Nelken und zeigten Bilder Politkowskajas. Der Prozess gegen die mutmaßlichen Mörder soll am 15. Oktober beginnen, nach einem Bericht der Zeitung “Kommersant” allerdings hinter verschlossenen Türen. “Der Prozess muss öffentlich sein”, forderte der Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung “Nowaja Gaseta” und frühere Chef von Politkowskaja, Dmitri Muratow, bei der Gedenkkundgebung.

Nach Justizangaben müssen sich drei mutmaßliche Komplizen des Todesschützen am 15. Oktober erstmals vor einem Moskauer Militärgericht verantworten, zwei aus Tschetschenien stammende Brüder sowie ein früherer Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes. Der von der Staatsanwaltschaft als mutmaßlicher Todesschütze verdächtigte gebürtige Tschetschene Rustam Machmudow soll sich in Westeuropa aufhalten.

Politkowskaja wurde am 7. Oktober 2006 vor ihrem Wohnhaus in Moskau erschossen. Sie hatte über Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien berichtet und galt als Kreml-Kritikerin. Ihre Ermordung löste international Empörung aus, etliche Regierungen haben eine unabhängige Untersuchung der Bluttat gefordert.

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