Demo für Pressefreiheit vor türkischer Botschaft in Wien

Vor der türkischen Botschaft in Wien wird am Mittwoch demonstriert.
Vor der türkischen Botschaft in Wien wird am Mittwoch demonstriert. ©APA (Sujet)
Österreichische Medienorganisationen planen anlässlich des Internationalen Tages der Pressefreiheit am Mittwoch eine Protestaktion vor der türkischen Botschaft in Wien. Dabei will man der diplomatischen Vertretung eine Petition übergeben, in der die Freilassung der in der Türkei inhaftierten Journalisten und ein Ende des Vorgehens gegen unabhängige Medien gefordert wird.

Die von Reporter ohne Grenzen (ROG), dem International Press Institute (IPI) und der Initiative #aufstehn gemeinsam mit der Initiative Qualität im Journalismus, dem Presseclub Concordia und der Journalistengewerkschaft GPA-djp gestartete Petition wurde von mehr als 10.000 Menschen in Österreich und im deutschsprachigen Raum unterzeichnet. Sie ist an den türkischen Botschafter in Österreich und Präsident Recep Tayyip Erdogan gerichtet.

Pressefreiheit: Gewerkschaft besorgt

Die Journalismusgewerkschaft hat zum Internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai ihrer Sorge um die Lage der freien Presse weltweit, aber auch in Österreich Ausdruck verliehen. In einer Aussendung wurde dabei indirekt auch Bezug auf die jüngsten ORF-Debatten genommen. “Österreich ist keine Insel der Seligen”, so Vorsitzender Franz C. Bauer und ORF-Zentralbetriebsratschef Gerhard Moser.

“Wer statt sachlicher Kritik an journalistischen Inhalten undifferenziert Parolen wie ‘Lügenpresse’ und ‘Verhörmethoden’ skandiert, spielt jenen politischen Kräften in die Hände, denen Pressefreiheit ein Dorn im Auge ist”, erklärten Bauer und Moser – letzterer in seiner Funktion als Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs ORF in der GPA-djp – in dem gemeinsamen Statement. “Wer kritische Berichterstattung schlechtredet, untergräbt ein Fundament der Demokratie”, sehen sie “die Entwicklung auch abseits von Ländern, in denen Kolleginnen und Kollegen für ihre Berichterstattung ins Gefängnis müssen, Besorgnis erregend”.

Es gebe einen “Trend zur Stimmungsmache gegen Medien und Medienschaffende”, konstatiert die Gewerkschaft. Journalisten sähen sich “in zunehmendem Maß mit pauschaler Verunglimpfung ihrer Arbeit konfrontiert”. Der “Hass im Netz” gegen Journalisten sei “gut organisiert” und müsse “mit allen Mitteln gestoppt werden”. Die Gewerkschaft fordert daher von der Politik, “sich engagiert für wachsende Wertschätzung journalistischer Arbeit einzusetzen und entschieden gegen jeden Angriff auf die Pressefreiheit aufzutreten”. Die Journalisten wiederum sollten sich “nicht auseinanderdividieren lassen”, denn “das hohe, hart erkämpfte Gut freier Berichterstattung lässt sich nur gemeinsam verteidigen”, so Bauer und Moser.

(APA/Red)

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