Dedicated To Haydn: 18 Kompositionsaufträge

Passend zum Haydn-Jahr startet das Projekt der Haydn Festspiele Eisenstadt. Komponisten aus Österreich, Europa und allen Kontinenten arbeiten an einer Hommage an Joseph Haydn zu dessen 200. Todesjahr!

Mozart, Strauß, Schubert – und dann lange nichts. Irgendwann schließlich Joseph Haydn. Die Tatsache, dass der österreichische Komponist in der öffentlichen Popularitäts-Rangliste nicht gerade die Pole Position innehat, wollen die Organisatoren der Haydn Festspiele anlässlich des 200. Todestages (31.5.2009) des großen Musikers ändern. Ein Anlauf hierfür wurde heute, Dienstag, von Intendanten Walter Reicher, Burgenlands Kulturlandesrat Helmut Bieler (S) und Harald Kosik („Haydn Trio Eisenstadt·“) vorgestellt. Unter dem Titel „D2H – Dedicated to Haydn“ wurden 18 nationale und internationale Komponisten beauftragt, für das Jahr 2009 Klaviertrios zu komponieren.

Die Idee ist zwar nicht neu, aber durchaus spannend. „Anlässlich des 100. Todestages Haydns entstand im Jahr 1909 auf Initiative der französischen Musikzeitschrift ’Revue musicale mensuelle de la S.I.M.’ ein Kompositionsprojekt“, erklärte Projektleiter Kosik. Mit dabei waren damals große Komponisten wie Maurice Ravel oder Claude Debussy. “100 Jahre später sind es drei Mal so viele, aber die Welt ist ja auch größer geworden“, so Kosik, der maßgeblich an der Auswahl der einzelnen Komponisten beteiligt war. Ergeben hat sich eine bunte Mischung aus Jung und Alt, renommiert und am besten Weg dorthin.

Die sechs teilnehmenden Österreicher gehören mehr zur jungen Riege der zeitgenössischen Komponisten. Gleich zwei davon sind Beat Furrer-Schüler: Die 1969 in Vorarlberg geborene Johanna Doderer sowie die 37-jährige Grazerin Elisabeth Harnik. Aus der Richtung des Musiktheaters und der Kirchenmusik kommt Jury Everhartz, einen interdisziplinären Ansatz verfolgt der aus dem Burgenland stammende 42-jährige Gerhard Krammer. Ebenfalls aus Oberwart ist der 1969 geborene Helmut Hödl, der seit 1993 im Orchester der Wiener Volksoper engagiert ist und unter anderem Stipendien der Wiener Philharmoniker oder der Yamaha Foundation of Europe bekommen hat.

In einem zweiten Schritt haben die Veranstalter von „Dedicated To Haydn“ sich an europäische Komponisten gewandt. Mit der Auswahl zeichnen sie ein vielfältiges Bild der zeitgenössischen Komposition:
Eingeladen, bis Mitte des kommenden Jahres ein Werk von sieben bis zehn Minuten abzuliefern, wurden zum Großteil wichtige Namen wie etwa der deutsche Komponist Dieter Schnebel, der spanische Förderer Neuer Musik Christobal Halffter Jimenez und die belgische Komponistin Jacqueline Fontyn (alle 1930 geboren). Der Jüngste ist der Ungar Marton Illes (32), der in den vergangenen Jahren große Auftragsarbeiten für das „Klangspuren“-Festival Österreich, das Festival „Heidelberger Frühling“ oder die Thüringer Symphoniker verfasst hat. Der fünfte im Bunde ist der 1954 geborene Brite John Woolrich, der Name der sechsten Komponistin konnte heute noch nicht bekannt gegeben werden.

Am Schwierigsten könnte sich der Wunsch der Organisatoren gestalten, die Uraufführung der Werke im Jahr 2009 im jeweiligen Land durchzuführen. Denn die internationalen Beiträge für „D2H – Dedicated to Haydn“ kommen aus den USA (William Bolcom), Australien (Elena Kats-Chernin), Südafrika (Bongani Ndodana-Breen) und Südamerika (Lalo Schifrin). Alle Künstler repräsentieren einen Kontinent, Asien wird doppelt durch den Japaner Yui Kakinuma und den chinesischen Komponisten Xiaogang Ye vertreten. Neben den Konzerten wird es auch eine CD-Box mit allen Werken geben, die spätestens am 31. Mai 2009 präsentiert werden soll.

Kulturlandesrat Bieler sieht das Projekt als Chance, Eisenstadt nach “20 Jahren Haydnpflege“ zu einem besonderen Ort zu machen, der „neben der Identifikation mit Person und Werk Haydns auch die aktuellen Entwicklungen der Musik ins Licht stellt“.

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