Datenschutz: GPA warnt vor Überwachung am Arbeitsplatz

Zu sorglos sind Mitarbeiter, wenn es um den Umgang mit ihren Daten durch Unternehmen geht. So fühlen sich nur 23 Prozent der Angestellten gut darüber informiert, wie ihre Daten vom Betrieb verwaltet werden.

Das Vertrauen in die Firmen ist dafür groß: Ganze 71 Prozent der Mitarbeiter glauben voll oder einigermaßen an den sorgsamen Umgang mit den gespeicherten Informationen. Das zeigt eine IFES-Studie, die heute, Montag, vom Vorsitzenden der Gewerkschaft der Privatangestellten, Wolfgang Katzian und Georg Michenthaler von IFES präsentiert worden ist.

Katzian warnte vor Datenüberwachung am Arbeitsplatz und forderte die gesetzliche Verankerung eines betrieblichen Datenschutzbeauftragten. Die Möglichkeiten für Firmen, ihre Mitarbeiter zu kontrollieren, werden laut Katzian immer vielfältiger. Abgesehen von den ohnehin schon üblichen Aufzeichnungen über Arbeitszeiten oder persönliche Informationen wie Geburtsdaten, Wohnort etc. sei es auch überhaupt kein Problem mehr, den Besuch von Internetseiten zu überwachen, Tasteneingaben mitzuverfolgen oder Passwörter zu knacken, so Katzian.

Während einst die Debatte über aufgezeichnete Arbeitszeiten “große Betroffenheit” ausgelöst habe, gebe es unter Mitarbeitern nunmehr mangelndes Bewusstsein für ihren Datenschutz, bedauerte er. Dabei könne es hier, gerade auch angesichts der weltweiten Vernetzung von Daten, zu “massiven Eingriffen in die Persönlichkeitsrechte” kommen, warnte der Gewerkschafter.

Eine wichtige Rolle für die Sicherung des Grundrechtes auf Datenschutz spiele der Betriebsrat. Dieser könne mittels Betriebsvereinbarung die entsprechenden Regeln im Konzern festlegen. Zu dessen Unterstützung soll nach Vorstellungen der GPA zusätzlich ein eigener Datenschutzbeauftragter eingesetzt werden. Dieser könnte die Interessen einzelner Mitarbeiter in dem Bereich vertreten und sie informieren. Gleich dem Betriebsrat müsste er unabhängig und vor Kündigung geschützt sein.

Außerdem möchte Katzian den Datenschutzbeauftragten zumindest in der nationalen Gesetzgebung verankert sehen. Auch über EU-Regelungen bzw. weltweite Spielregeln müsste nachgedacht werden, erklärte er. Diese Anliegen habe man bereits der Bundesregierung und den Klubobleuten des Parlaments übermittelt. Katzian hofft nun, dass sich die Politik verstärkt diesem Thema annimmt.

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