Das Wunder von Wien

Für ORF-Chef Alexander Wrabetz ist es ein "euphorischer Einstieg" in das größte Fußball-Event auf österreichischem Boden. Die Rede ist von der Fiction-Doku "Das Wunder von Wien", die am Freitag um 22.35 Uhr auf ORF 1 zu sehen ist. Video 

Österreich wird darin Fußball-Europameister, und Experten sowie Prominente – von Josef Hickersberger über Franz Beckenbauer bis zu Günter Netzer – bestaunen dieses Wunder. Das ist die Grundthese, auf der die gelungene Ex-Post-Dokumentation von David Schalko basiert.

Österreich gewinnt in einem nervenaufreibenden Match das Finale mit 2:1 gegen Holland. Möglich macht das Ganze die einzig “erfundene” Person in dem Spiel: Peter Hruska. Ein junger, deutscher Bayern-München-Spieler, den Team-Chef Josef Hickersberger kurzfristig nachnominiert und der im Schnellverfahren eingebürgert wird. Sehr zum Missfallen der Grünen, die eine “Ungleichbehandlung” im Einbürgerungsverfahren orten. Der Protest legt sich, als Hruska gegen Ende des ersten Spiels gegen Kroatien eingewechselt wird und in der 78. Minute das entscheidende Siegestor schießt.

Von da an ist Hruska der EURO-Held, der von Prominenten, Politikern, Zeitungen und Groupies angehimmelt wird. Er schießt die Schweiz aus dem Viertelfinale, Deutschland aus dem Halbfinale, und schließlich besiegt er Holland im EM-Finale. “Darauf hätte man vor dem Turnier keinen Pfifferling gegeben – auch die Ösis selber nicht. Da ist schon ein kleines Wunder geschehen”, sagt ein “frustrierter” Netzer. “Hold’s den Hruska hin zum Heldenplatz und werft’s den Prinz Eugen vom Pferd”, ruft ein euphorischer Herbert Prohaska. Für Hickersberger ist der Sieg “der größte Triumph meiner Laufbahn. Es wird nichts besseres nachkommen”, sagt er in der Doku.

Moderiert wird “Das Wunder von Wien” von ORF-Sportchef Hans Huber. Er sei dem Projekt zunächst skeptisch gegenübergestanden, sagte er bei einer Pressevorführung am Mittwochabend. Die Arbeit an der Fake-Doku habe ihn dann aber doch in eine “totale Euphorie getrieben”. Wrabetz lobte den Film nach der Vorführung als “sehr gelungen und emotional”: “Manchmal werden Wunder wahr”, meinte er – nicht ganz uneuphorisch. Der Film soll den Österreichern “eine schöne Vorfreude” auf das Sportevent bringen, so Wrabetz zur APA.

In der fiktionalen Doku gehen unter anderen Friedrich Stickler, Ursula Stenzel, Werner Schneyder, Alfred Dorfer und Toni Polster sowie die Trainer der “ausgeschiedenen” Mannschaften dem Phänomen nach: Wie war es möglich, dass die ÖFB-Elf derart über sich hinauswachsen konnte. Am Ende hat der Film sogar etwas Versöhnliches: Die deutsche Bild-Zeitung titelt: “Danke Ösis, immerhin nicht die Holländer!”

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