Das wird Stammsaisonniers in Zukunft ermöglicht

Laut Elisabeth Köstinger ist ein Plus bei den Saisonarbeitskräften möglich.
Laut Elisabeth Köstinger ist ein Plus bei den Saisonarbeitskräften möglich. ©APA/HANS PUNZ (Symbolbild)
Eine Änderung gibt es beim Anstellen von Saisonarbeitern aus Nicht-EU-Ländern, die regelmäßig nach Österreich kommen. Dafür wurden einfachere Regeln festgelegt.

Mit der Reform können Stammsaisonniers ab Anfang 2022 Beschäftigungsbewilligungen für die Saison erhalten, wenn sie davor schon mehrere Saisonen beschäftigt waren, wie das Arbeitsministerium am Dienstag bekanntgab.

Zahlen zu Stammsaisoniers

Im Tourismus kommen rund 1.000 Personen als Stammsaisonniers infrage. Damit könne die Gesamtzahl der Saisonarbeitskräfte um rund 65 Prozent gesteigert werden, so die zuständige Ministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Im Bereich der Land- und Forstwirtschaft werde mit rund 2.200 Stammsaisonniers gerechnet.

Die Neuregelung wurde heute im Ministerrat beschlossen. Die entsprechende Novelle des Ausländerbeschäftigungsgesetzes soll noch heuer durch den Nationalrat und Anfang 2022 in Kraft treten. Mit der Reform sollen die Betriebe diesbezüglich mehr Planungssicherheit erhalten.

Voraussetzungen für Beschäftigungsbewilligung

Konkret ist die Erteilung einer Beschäftigungsbewilligung an folgende Voraussetzungen gebunden: Die betroffenen Arbeitskräfte müssen in den fünf Kalenderjahren 2017 bis 2021 zumindest in drei Jahren für mindestens jeweils drei Monate im Rahmen der Kontingentregelung in Österreich im selben Wirtschaftszweig (Tourismus, Land- oder Forstwirtschaft) beschäftigt worden sein.

Saisonarbeitskräfte, die das erfüllen, können sich bis Dezember 2022 registrieren und stehen anschließend jedes Jahr als Saisonniers in der jeweiligen Branche zur Verfügung. Sie können also künftig Beschäftigungsbewilligungen außerhalb von Kontingenten und ohne Arbeitsmarktprüfung für diese Saison erhalten und sind auch nicht an einen bestimmten Betrieb gebunden.

Bedeutung von Stammsaisonnierregelung

"Von der neuen Regelung profitieren Beschäftigte, die für die Saison nach Österreich zum Arbeiten kommen gleichermaßen wie Betriebe, die faire und attraktive Arbeitsbedingungen bereitstellen", so ÖVP-Arbeitsminister Martin Kocher. Die Stammsaisonnierregelung sei ein wichtiger Schritt für mehr Planungssicherheit und biete auch langfristige Perspektiven für bewährte Arbeitskräfte im Tourismus sowie in der Land- und Forstwirtschaft. Betriebe mit attraktiven Rahmenbedingungen für Beschäftigte könnten damit Stammkräfte binden.

"Die heimische Tourismusbranche wie auch zahlreiche land- und forstwirtschaftliche Betriebe haben mit massivem Mitarbeitermangel zu kämpfen, der durch die Coronakrise zusätzlich verstärkt wurde", strich Köstinger hervor. Besonders zu den Saisonspitzen könne der Arbeitskräftebedarf nicht ausreichend abgedeckt werden. Mit der neuen Regelung für Stammsaisonniers will die Regierung dieser Entwicklung entgegenwirken.

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