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Das war das Neujahrskonzert 07!

©&copy APA
Beim Neujahrskonzert 2007 durfte sich beim „Carneval in Venedig“ so mancher Musiker als Virtuose zeigen - natürlich immer mit einem Augenzwinkern. Opulenter Mief von Vorgestern auf allerhöchstem Niveau...

Neujahrskonzert 2008!

Zubin Mehta, der im Musikverein zum bereits vierten Mal das wohl bekannteste Konzertereignis der Welt dirigieren durfte, hatte ein “familiäres” Programm ausgewählt:
Die Strauß-Familie, und hier insbesondere der vielleicht begabteste Strauß-Sohn Joseph, dominierten das Luxuskonzert, das bereits seit knapp einem Jahr völlig ausverkauft war. Zwei Stücke, darunter den „Elfenreigen“ hatte der für das Programm zuständige, über 80-jährige Strauß-Forscher Franz Mailer allerdings aus dem Werk von Josef Hellmesberger ausgewählt, dessen Todestag sich 2007 zum hundertsten Mal jährt. Der Dirigent, Komponist und Geiger war von 1901 bis 1903 Nachfolger von Gustav Mahler als Leiter der Philharmonischen Konzerte.

Zu den bisher noch nie gespielten Stücken des vermutlich berühmtesten Konzerts der Welt gehörten 2007 „Flattergeister“ von Joseph Strauß, „Ohne Bremse“ von Eduard Strauß und die „Erinnerungen an Ernst“ (Karneval in Venedig) von Johann Strauß Vater. Bei diesem Stück ließ Mehta seine Musiker-Solisten brillieren, die bei dieser virtuosen Parodie auf ein volkstümliches Wiener Lied komödiantisches Talent zeigten. Auf Mehtas eigenen Wunsch wurde in diesem Jahr auch der Walzer „Wo die Citronen blühen“ von Johann Strauß ins Programm genommen.

Und trotzdem: Harnoncourts Archaik und Jansons’ Humor haben die Latte so hoch gelegt, dass diesmal auch der opulente Mief von Vorgestern Einzug hielt – das natürlich auf höchstem Niveau.

Was macht also ein weltbestes – da offiziell europaweit bestes – Orchester eigentlich den ganzen Tag? Die Wiener Philharmoniker scheinen Walzer zu üben. Natürlich können sie das außerordentlich gut und es wird immer wieder ein Vergnügen sein, sie dabei zu hören. Das eben erst durch die europäische Presse geadelte Orchester ist sich auch des Umstands bewusst, das ihm nur wenige das Wasser reichen können, und mit dementsprechend viel Selbstbewusstsein gibt es den alljährlichen Gastgeber, der sich seine Gäste gut aussucht.

Prominente Gäste

Auf der Gästeliste von Bundespräsident Heinz Fischer stand in diesem Jahr Prinz Hassan von Jordanien. Fischer selbst war allerdings nicht anwesend, der überraschende Tod von Innenministerin Liese Prokop verlangte dessen Einsatz in der Hofburg. Unterdessen begrüßte Mehta die neuen EU-Beitrittsländer Bulgarien und Rumänien in deren Landessprachen.

Sorgfältig ist man bei der Auswahl der Musikstücke umgegangen, sechs Novitäten standen auf dem Programm. Und wieder einmal durfte einer die Kreise der Familie Strauß stören, zum 100. Todestag des Geigers, Philharmoniker-Vorstandes und Komponisten Josef Hellmesberger jun. wurde dessen fragiler „Elfenreigen“ aufgeführt. Und schon schwebte man wieder in Unbekümmertheit, was auch instrumental manifestiert wurde.

Zuvor war der Einzug der Weltbesten mit dem Marsch „Zivio!“ von Johann Strauß Sohn gefeiert. Sein Bruder hatte dem Publikum den Walzer „Flattergeister“ und die „Moulinet-Polka“ beschert. Mit dem „Einzugs-Galopp“ des Vaters durfte das Publikum in die Pause ausziehen. Im Mittelpunkt des Pausenfilms „Nationalpark Austria“ (Gestaltung: Felix Breisach) standen die sechs Naturparks in Österreich, die im vergangenen Jahr ein Vierteljahrhundert alt geworden sind. Die Ensembles Vienna Horns und Art of Brass bereisten zu Musik von Bruckner, Mahler, Strauß und Brahms die Kalkalpen, das Thayatal oder das Gesäuse.

Dann war es wieder Zeit für Mehta, der seine Sache gut, wenn auch nicht außerordentlich machte. Der gelernte Wiener hielt das Gespann in Zaum und sorgte für Nuancen. So führte er zielsicher durch die Ouvertüre der Operette „Waldmeister“ von Johann Strauß Sohn und lehnte sich bei seinem Wunschstück „Wo die Citronen blüh’n“ mediterran zurück. Ohne Höhepunkt waren die Polka Mazur „Stadt und Land“ und die „Matrosen-Polka“. Und beim Walzer „Dynamiden“ von Josef Strauß blieb die Zerrissenheit der Komposition auf der Strecke. Dafür gab es die erste Tanzeinlage des Staatsopern- und Volksopernballetts in den sommerlichen Parkanlagen des Marchfelder Barockschlosses.

Wahrscheinlich war es ja die Vorfreude auf die jährliche Spaß-Einlage, die mit „Erinnerungen an Ernst oder: Der Carneval in Venedig“ – so der vollständige Titel der Strauß-Vater-Komposition – geliefert wurde. Der Aufforderung zum Mitsingen kam keiner nach, obwohl dieses venezianische Liedchen („Cara mamma mia“) schon Texte wie „Mein Hut, der hat drei Ecken“ oder sogar „Ein Hund kam in die Küche“ erdulden hatte müssen. Dafür applaudierte man in den Orchesterreihen einander zu oder verfiel in Staunen.

Der „Furioso-Galopp“ beendete den vom Publikum mit viel Applaus angenommenen Haupt-Teil und führte in die Zugabe: Hellmesbergers Polka „Leichtfüßig“ war der Auftakt zum „Donauwalzer“. Und für die obligatorische Balletteinlage dazu (Kostüme von Christof Cremer) hatte sich Choreograf Christian Tichy Verstärkung aus der Bayerischen Staatsoper geholt: Lucia Lacarra und Cyril Pierre zeigten sich im Schloss Schönbrunn verzaubert.

53 Fernseh- und 38 Radiostationen übertrugen das Konzert für ein Milliardenpublikum weltweit live wie zeitversetzt, unter anderem nach China, Japan und die USA. Die Bildregie übernahm wieder Brian Large.

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