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Das Schwein von Gaza - Trailer und Kritik zum Film

Bisweilen hilft es in scheinbar unlösbaren Konflikten, nicht die Makro-, sondern die Mikrosicht einzunehmen, den Blick auf die kleinen Dinge zu richten. Eben dies tut die poetische Filmfabel "Das Schwein von Gaza" - eine Parabel nicht über, sondern im Nahostkonflikt. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Darin fischt der palästinensische Fischer Jafaar unerwartet ein vietnamesisches Hängebauchschwein aus dem Meer und hat hernach seine liebe Mühe mit den eigenen Ängsten vor dem unreinen Tier, den Glaubensgenossen im Gazastreifen und den jüdischen Siedlern, welche allesamt das Schwein ablehnen, das aber doch das einende Moment der Versöhnung sein könnte. Ab Freitag im Kino.

“Das Schwein von Gaza”: Ein Eber als Friedenstaube im Nahostkonflikt

Dabei hatte Fischer Jafaar (Sasson Gabai) auch ohne Schwein schon ein schweres Leben: Auf dem Dach seines Hauses haben sich israelische Bewachungssoldaten einquartiert, Geld haben er und seine starke, wortkarge Frau Fatima (Baya Belal) keines und aus dem Meer zieht er kaum mehr als ein paar Heringe und Müll – oder eben ausnahmsweise ein Hängebauchschwein. In seinem Bemühen, den ungeliebten Fang einerseits schnell loszuwerden und andererseits auch ein bisschen Geld damit zu verdienen, dient er seinen Eber der naheliegenden jüdischen Siedlung an, die Schweine halten, da diese Sprengstoff riechen können. Ein palästinensisches Schwein stößt dort zwar auf wenig Gegenliebe, am notwendigen Rüstzeug zur Besamung der eigenen Sauen wäre Züchterin Yelena (Myriam Tekaia) allerdings schon interessiert. Und so muss Jafaar näher an sein Schwein heran, als ihm lieb ist. Noch dazu bekommen die örtlichen Islamistenführer langsam Wind von seinem unreinen Begleiter.

“Das Schwein von Gaza” – so die leider denkbar unpoetische deutsche Übertragung des Originaltitels “When Pigs have Wings” (Wenn Schweine Flügel haben) – ist dabei als klassische Komödie eines kleinen Mannes konzipiert, die ganz von der berührenden Leidensmine des Hauptdarstellers Sasson Gabai lebt. Der Schauspieler mit schillernder Filmografie, die von “Rambo III” bis zur Nahostkonfliktkomödie “Die Band von nebenan” reicht, für die er den Europäischen Filmpreis als Bester Darsteller gewann, ist selbst Israeli mit irakischen Wurzeln. In Manchem an den unermüdlichen Durchhaltewillen eines Charlie Chaplin erinnernd, kämpft sich sein Jafaar durch das Leben.

“Das Schwein von Gaza” changiert dabei zwischen humoristisch-grotesken Szenen, wenn das Hängebauchschwein (dargestellt von zwei “Damen” namens Charlotte und Babe) Socken übergezogen bekommt, damit es nicht israelischen oder eben palästinensischen Boden betritt, und zart berührenden Sequenzen, wenn etwa Jafaar seiner Frau vom ersamten Geld ein neues Kleid schenkt. Der Film bleibt dabei nicht apolitisch, fokussiert aber nie auf die Verwaltungsaspekte des Konflikts, sondern bleibt auf der menschlichen Ebene.

Regie in der deutsch-französisch-belgischen Koproduktion führte in seinem ersten Spielfilm der Franzose Sylvain Estibal, der auch gleich den “Cesar” für den besten Debütfilm einheimsen konnte. Er hat ein Werk geschaffen, das nicht immer subtil ist, aber immer wieder – und das Luft zum Lachen und damit zum Atmen in einer verfahrenen Situation gibt.

(APA)
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