Das Schicksal ist ein mieser Verräter - Trailer und Kritik zum Film

Wie Jugendliche und ihre Eltern mit einer tödlichen Krebsdiagnose umgehen, haben Autoren und Filmemacher in den vergangenen Jahren immer wieder thematisiert: mal rebellisch, mal zynisch, oft pragmatisch und schmerzhaft ehrlich. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Auch die beiden Teenager Hazel (Shailene Woodley) und Gus (Ansel Elgort) sehen sich in “Das Schicksal ist ein mieser Verräter” mit Krebs konfrontiert. Ab Freitag im Kino.

Das Schicksal ist ein mieser Verräter: Geschichte

Trotz ihres Schicksal sind die beiden 17-Jährigen über weite Strecken dabei herrlich normal und in erster Linie trotz aller Widrigkeiten schwer ineinander verliebt. Vor drei Jahren ist Hazel unheilbar an Schilddrüsenkrebs erkrankt, nur eine medizinische Testreihe hat sie vor dem frühen Tod bewahrt. Doch wenig später breitet er sich in der Lunge aus, sodass die 17-Jährige fortan mit Beatmungsschlauch in der Nase und einem Sauerstofftank im Trolley durch das Leben läuft – und das mit einer Selbstverständlichkeit, dass der Zuschauer diese Apparatur nach der Hälfte des mehr als zweistündigen Films gar nicht mehr wahrnimmt.

Widerwillig geht Hazel zu einer kirchlichen Selbsthilfegruppe für krebskranke Jugendliche mit einem erlöserähnlichen Leiter. Denn, so erzählt das Mädchen aus dem Off, besteht ihr einziger Lebenswille darin, ihre Eltern glücklich zu machen, und den immer gleichen Roman eines niederländischen Autors zu lesen, der mitten im Satz endet.

Eines Tages trifft sie dort Gus, dem wegen seines Knochenkrebses Fuß und Unterschenkel amputiert wurden und der mit kindischem Trotz und jugendlicher Überheblichkeit der Krankheit begegnet. Immer wieder steckt er sich eine Zigarette in den Mund, zündet diese aber nicht an. “Ich erkenne die Krankheit an, gebe ihr aber keine Macht über mein Leben”, lautet seine Begründung.

Das Schicksal ist ein mieser Verräter: Kritik

Energisch sträubt sich die beherrschte Hazel, ihre Gefühle für Gus zuzulassen. “Ich bin eine tickende Zeitbombe”, sagt sie irgendwann zu Gus. Da müsse man die Zahl der Opfer so gering wie möglich halten. Doch natürlich gelingt ihr das nicht. Stattdessen schafft es Gus, über die Make-A-Wish-Stiftung, dass die beiden zusammen mit Hazels Mutter nach Amsterdam reisen, um den inzwischen ihr Leben bestimmenden Autor (Willem Defoe) ihres Lieblingsromans zu treffen. Eine außergewöhnliche Reise, die die Erwartungen der beiden nicht erfüllt und doch übertrifft.

Nun nimmt sich kein gesunder Mensch heraus, über das Verhalten Todgeweihter zu urteilen, doch mitunter kommen Hazel und Gus doch etwas sehr altklug und pathetisch daher, wie sie druckreif über Leben und Tod philosophieren. Zugleich tun sie das mit einer solch jugendlichen Frische und Selbstverständlichkeit, dass man das Regisseur Josh Boone kaum übel nimmt. Zwischendurch entwickelt Gus zwar durchaus Hollywood-Teenie-Schwarm-Qualitäten.

Doch vor allem Hazel mit ihrem mädchenhaften Kurzhaarschnitt und ohne amerikanische Teenager-Attitüden ist an Natürlichkeit kaum zu übertreffen. Da verzeiht man auch, dass sich die beiden ausgerechnet im Anne-Frank-Haus in Amsterdam zum ersten Mal küssen, an der Stelle wo vor mehr als 70 Jahren ein mutiges Mädchen ihrem Schicksal trotzte und sich ihm letztendlich doch ergeben musste.

(APA)

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