Das Salz gehört in die Suppe

Symbolfoto
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Winter in Wien: Salzstreuverbot wird verstärkt kontrolliert - Einsatz in der Nähe von Grünflächen nicht gestattet - Saftige Strafen bis zu 700 Euro drohen bei verbotenem Salzeinsatz.

Die ersten Flocken sind in Wien zwar nicht liegen geblieben, doch der erste „richtige“ Schneefall wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. All jene, die sich schon jetzt mit Streusalz versorgen, müssen aufpassen: Umweltstadträtin Ulli Sima (S) hat am Mittwoch eine verstärkte Kontrolle des Salzstreuverbotes in den Schutzzonen angekündigt. Der Einsatz von Salz ist nämlich im Umkreis von zehn Metern rund um Wiesen und Bäume nicht gestattet. Laut Sima hat es hier im Vorjahr Probleme gegeben.

Kein Freibrief für “Salzexzesse”

Im vergangenen Winter war für Private erstmals wieder der Einsatz von Salz auf Gehsteigen erlaubt. Der Einsatz von staubförderndem Streusplitt sollte so reduziert werden. Doch die Freigabe sei kein Freibrief für „Salzexzesse“, betonte Sima. Bäume würden etwa dadurch massiv geschädigt – was der Grund für die Schaffung der Schutzzonen gewesen sei.

In den kommenden Wochen wird es eine Informationsoffensive für Hausmeister und Schneeräumfirmen geben. „Ein Folder, der in drei Sprachen aufgelegt wird, soll die geltende Regelungen in Erinnerung rufen. Die Einhaltung der Schutzzonen und die Verpflichtung zum Einkehren der Streumittel in Schönwetterperioden wird heuer aber auch verstärkt kontrolliert werden, Übertretungen werden geahndet“, warnte Sima. Umweltsündern drohen demnach Geldstrafen bis zu 700 Euro.

40 Anzeigen im letzten Winter

Laut dem Leiter der MA 48, Josef Thon, hat es im Vorjahr bereits 40 Anzeigen gegeben. In fast allen Fällen sei eine Geldbuße verhängt worden. Unter 50 Euro kommen ertappte Salz-„Sünder“ laut Thon nicht davon.

Nicht nur auf den Gehsteigen, auch auf den Straßen ist es laut Sima gelungen, den Einsatz von Splitt zu reduzieren – und zwar von rund 33.000 auf 28.000 Tonnen pro Schnee-Saison. Die von den kommunalen Straßenräumern der MA 48 eingesetzte Feuchtsalz-Technologie ermögliche zudem das gezielte Aufbringen von Streumitteln, was zu Einsparungen von bis zu 20 Prozent bei Salz geführt habe. Auch die Staubbelastung der Luft sei deutlich reduziert worden, hieß es.

1400 Mitarbeiter, bis zu 228 Fahrzeuge

Das Straßennetz, das die MA 48 im Winterdienst zu betreuen hat, ist 2.800 Kilometer lang – das entspricht der Strecke Wien-Lissabon. Bis zu 1.400 Mitarbeiter können laut Sima im Winterdienst eingesetzt werden. 79 Großfahrzeuge des Fuhrparks und 149 Fahrzeuge privater Partner sind demnach bei Bedarf rund um die Uhr unterwegs. Für die Räumung von Nebengassen stehen der Straßenreinigung zudem zahlreiche Klein-Lkws und Traktoren zur Verfügung.

Die Kosten für die Schneeräumung hängen naturgemäß vom Verlauf des Winters ab. In der Saison 2003/2004 fielen laut in Wien insgesamt 118 Zentimeter Schnee. Die Stadt wendete für den Winterdienst – ohne Personalkosten – 7,3 Millionen Euro auf.

Schneetelefon

Für Anfragen und Beschwerden rund um den Winterdienst stehen Mitarbeiter der Magistratsabteilung 48 am Schneetelefon unter der Nummer 54648 zur Verfügung. Besetzt ist dies im Normalfall Montag bis Freitag von 8.00 bis 18.00 Uhr, bei Schneefall rund um die Uhr und auch am Wochenende.

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