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Das Essen wird immer teurer

Arme Haushalte sind von den steigenden Kosten besonders Betroffen. Die Preisspirale nach oben wird noch lange anhalten.

Die steigenden Nahrungsmittelpreise treffen die einkommensschwachen Haushalte überproportional stark. Laut Arbeiterkammer (AK) geben die Ärmsten in Österreich 17,2 Prozent ihres Verdienstes für Ernährung aus, während die obersten Einkommensschichten nur 9,3 Prozent dafür aufwenden. Der Österreich-Durchschnitt liegt bei 14,2 Prozent.

Die Arbeiterkammer verweist auf Studien der OECD, wonach die Preisspirale nach oben noch lange anhalten werde und fordert einmal mehr Entlastungen für die niedrigsten Einkommensbezieher. Auslöser für die Preisrallye seien die Nachfrage in China und Indien, der Klimawandel sowie der Bioenergieboom, so die AK am Donnerstag zur APA. Sie beruft sich dabei ebenfalls auf Untersuchungen der OECD.

Die steigenden Lebensmittelpreise sind keine kurzfristige Marktschwankung, sondern eine langfristige Entwicklung, so die Einschätzung der Agrarmarkt Austria (AMA). „Die Tendenz wird so weitergehen”, erklärte AMA-Marketingchef Stephan Mikinovic am Donnerstag im Gespräch mit der APA. Wobei Österreich nach Deutschland ohnehin die niedrigsten Lebensmittelpreise in der EU-15 hat.

Als Auslöser für die derzeit höheren Milchpreise sieht Mikinovic Dürrekatastrophen in Australien und Neuseeland, den weltweit größten Milchproduzenten. Dazu käme der Aufschwung in China und Indien, was zu einer „Verwestlichung” der Essensgewohnheiten führe. Derzeit könnten sich rund 15 Prozent der Bevölkerung westliche Speisen leisten, das seien in den beiden Ländern zusammen schon rund 250 Millionen Menschen.

Dazu komme der steigende Fleischbedarf. Um 1 Kilo Fleisch zu produzieren, werden rund 7 kg Getreide benötigt. Wobei China schon jetzt der weltweit größte Schweineproduzent und zweitgrößte Hühnermäster ist.

Weiterer Preistreiber ist laut AMA der Bioenergieboom, der insbesondere in den USA gerade voll einsetze. Aber auch in Österreich mache die Energie vom Acker dem Nahrungsgetreide zusehends Konkurrenz.

Die Lebensmittelindustrie wies heute auf APA-Anfrage darauf hin, dass es für die Obstveredelungsindustrie zuletzt „dramatische Preissteigerungen” gegeben habe. Die Folge: Marmeladen, Konfitüren, Fruchtzubereitungen und Fruchtsäfte werden deutlich teurer.

Wie teuer es bereits im Juni wurde, zeigt ein Blick in die Verbraucherpreisstatistik. „Einen wesentlichen Beitrag zur Inflation (etwa ein Fünftel) lieferten die Ausgaben für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke, die sich um durchschnittlich 3,5 Prozent verteuerten. Dieser Anstieg wurde hauptsächlich durch Verteuerungen bei Fleischprodukten, bei Molkereiprodukten und Eiern sowie bei Brot und Getreideerzeugnissen verursacht”, so die Statistik Austria.

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