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Darts-WM: Wiener Suljovic zieht gegen Sherrock den Kürzeren

Mensur Suljovic musste sich Sherrock geschlagen geben.
Mensur Suljovic musste sich Sherrock geschlagen geben. ©APA/HANS PUNZ
Am Samstagabend verlor der Wiener Dartprofi Mensur Suljovic mit 1:3 gegen die 25-Jährige Fallon Sherrock. Sherrock ist somit die erste Frau, die bei einer Dart-WM zwei Runden gewinnen konnte.

Für Mensur Suljovic ist die Darts-WM einmal mehr enttäuschend zu Ende gegangen. Der 47-jährige Wiener scheiterte beim Saisonhighlight am Samstagabend bereits in der zweiten Runde an der Engländerin Fallon Sherrock. Die 25-Jährige gewann mit 3:1 und setzte damit ihren Sensationslauf bei ihrer WM-Premiere bei den Männern sehr zur Freude des begeisterten Publikums im Londoner Alexandra Palace fort.

Suljovic nicht konstant genug

Für Suljovic wäre deutlich mehr möglich gewesen. Nach einem konzentrierten Beginn und 2:0-Führung verlor Österreichs Aushängeschild das erste Leg noch mit 2:3. Danach lief es umgekehrt, nach 0:2-Rückstand gelang "The Gentle" der Satzausgleich. Trotzdem brachte die Nummer elf des Turniers nie Konstanz in ihr Spiel, gab auch im dritten Satz ein 2:0 aus der Hand. Im vierten Durchgang führte Suljovic mit 2:1, am Ende hatte aber wieder Sherrock die Nase vorne.

Sherrock machten den Sack zu

"Ich habe einen gesetzten Spieler aus dem Turnier geworfen, ich kann es gar nicht glauben", lauteten die ersten Worte der Siegerin. Für sie geht die Reise weiter, am 27. Dezember wartet in der 3. Runde in der Nachmittagssession ihr 29-jähriger Landsmann Chris Dobey. Für Suljovic bleibt nach dem Out in seiner Auftaktpartie bei der WM das Achtelfinale das Höchste der Gefühle. Österreich ist damit im Bewerb nicht mehr vertreten, Zoran Lerchbacher (2. Runde) und Rowby-John Rodriguez (1. Runde) waren schon am Dienstag ausgeschieden.

Sherrock träumt nach Sieg über Suljovic vom WM-Titel

Fallon Sherrock hat bei der Darts-WM in London mit dem nächsten sensationellen Sieg erneut für Furore gesorgt und steht nun als erste Frau der WM-Geschichte in Runde drei. "Ich warte immer noch darauf, dass ich das begreifen kann. Ich weiß gar nicht, wie ich heute Nacht schlafen soll", sagte Sherrock, die als "Queen of the Palace" bereits der absolute Publikumsliebling im "Ally Pally" ist.

Der 3:1-Erfolg über den Weltranglistenelften Mensur Suljovic aus Wien war eine Demonstration ihrer Klasse und "ihr schönstes Weihnachtsgeschenk überhaupt". Sherrock scorte ähnlich stark wie der 47-Jährige und zeigte überragende Fähigkeiten bei den Würfen auf die Doppelfelder, die sie mit 10 von 15 Versuchen traf. Aufgrund dieser sagenhaften Check-out-Quote von 67 Prozent war ihr Sieg hochverdient.

"Das war absolut brillant, Fallon Sherrock. Jetzt auf zur nächsten Aufgabe. Super gemacht, ich freue mich sehr für dich", gratulierte Rekordweltmeister Phil Taylor (16 WM-Titel) seiner englischen Landsfrau nach dem Spiel auf Twitter. "Ich habe bewiesen, dass wir (Frauen, Anm.) jeden schlagen können", frohlockte Sherrock nach ihrem Triumph. Und auf die Frage, ob sie auch den Titel gewinnen könne, lautete die selbstbewusste Antwort der Mutter eines fünfjährigen Sohnes: "Warum nicht?"

Fans auf der Seite von Sherrock

Die 3.000 lautstarken Fans im Alexandra Palace feuerten wie erwartet von Beginn weg geschlossen die 25-Jährige an. "There's only one Fallon Sherrock", schallte es durch die Arena. "The Gentle" (Der Sanfte), wie Suljovic genannt wird, wurde seinem Spitznamen etwas zu sehr gerecht. Er entschuldigte sich beinahe nach jedem Gewinn eines Legs, zeigte in entscheidenden Momenten Nerven und ließ so den nötigen Killerinstinkt vermissen, um dem Publikum und der konsequent spielenden Gegnerin trotzen zu können.

Für Sherrock geht das WM-Märchen damit weiter. Der Weltverband PDC und der englische TV-Sender Sky Sports nutzen ihre Siege für eine echte PR-Offensive und wollen die Gleichberechtigung mit Sherrock als Kopf weiter vorantreiben. Am Freitagnachmittag (14.45 Uhr MEZ/live Sport1 und DAZN) trifft sie auf den Engländer Chris Dobey. Als Nummer 22 der Welt wird er natürlich der Favorit sein - doch das war Suljovic als Nummer elf und ehemaliger Top-Ten-Spieler auch.

Mehr Preisgeld bei den Männern

Wie sich die Männer-WM der PDC (Professional Darts Corporation) und die Frauen-WM der BDO (British Darts Organisation) unterscheiden, lässt sich am besten über das Preisgeld verdeutlichen. Sherrock hat nach zwei Siegen und dem Einzug in die dritte Runde bereits 25.000 Pfund (rund 29.500 Euro) sicher - dafür hätte die gelernte Friseurin aus Milton Keynes, dem Sitz des Formel-1-Teams Red Bull Racing, das Turnier der Frauen zweimal gewinnen müssen. Gelingt ihr gegen Dobey die nächste Überraschung, würde Sherrock alleine mehr Preisgeld gewinnen, als für alle Teilnehmerinnen der Frauen-WM ausgeschüttet wird.

Für Suljovic, der sich den erstmaligen Einzug ins Viertelfinale als Minimalziel gesetzt hatte, endete die WM dagegen einmal mehr mit einer bitteren Enttäuschung. Wie im Vorjahr verlor er nach einem Freilos in Runde eins gleich sein Auftaktspiel. Damit wird Suljovic 2020 auch nicht mehr zum elitären Kreis der Premier-League-Teilnehmer zählen. Dieser Umstand kommt ihm aber gar nicht ungelegen, wie er bereits im WM-Vorfeld erklärte. Damit bleibt ihm mehr Zeit für die Familie und die gezielte Vorbereitung auf die anderen wichtigen Darts-Events.

(APA/red)

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