Darabos: Österreichische Tschad-Soldaten werden nicht heimgeholt

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Ungeachtet der chaotischen Lage im Tschad hält Verteidigungsminister Norbert Darabos weiterhin an der Sinnhaftigkeit des österreichischen Engagements im Rahmen der EUFOR-Mission fest.

Darabos erklärte im ORF-Radio-Morgenjournal am Montag, die 15 heimischen Soldaten, die in der umkämpften tschadischen Hauptstadt N’Djamena festsitzen, würden nicht heimgeholt, aber aus ihrer derzeitigen Unterkunft in einem Hotel zurück zum Flughafen verlegt. Der Minister sieht nach wie vor eine Chance, die EUFOR-Mission durchzuführen, übt aber verhaltene Kritik an der Planung des Einsatzes.

“Zentrales Element der Mission ist der Schutz der Flüchtlingslager in Osten des Tschad und ich stehe nach wie vor zu dieser Mission”, bekräftigte Darabos. “Wir sind neutral und auch die Regierung wie die Rebellen haben versichert, dass EUFOR sicher ist.” Derzeit stehe aber die Sicherheit der Soldaten im Vordergrund: “Wir werden sie nicht zurückholen, wir sind aber gerade dabei, eine Verlegung in Richtung Flughafen vorzubereiten, um noch mehr Sicherheit zu schaffen.”

Er sei “beinahe stündlich” in Kontakt mit dem Kommandanten der Österreicher im Tschad, Oberst Heinz Assmann, “und der sagt, er fühlt sich sicher, daher ist eine Rückführung aus heutiger Sicht jetzt nicht notwendig”, erklärte Darabos. “Aber es ist aufgrund einer neuen Bewertung der Sicherheitslage aus meiner Sicht gut und richtig, wenn unsere Soldatinnen und Soldaten sich in Richtung Flughafen bewegen und dort in einem Camp noch sicherer sind als in der Hauptstadt selbst.” Diese Verlegung werde für heute vorbereitet.

Derzeit sei an einen Beginn der EUFOR-Mission im Osten des Tschad aufgrund der unübersichtlichen Lage nicht zu denken, bestätigte Darabos, “die Chance, dass diese Mission lebt, gibt es aus meiner Sicht aber in großem Ausmaß noch.” Explizite Kritik an der Planung des Einsatzes auf EU-Ebene wollte der Minister zwar nicht äußern, er bezeichnete es aber als “bemerkenswert, wenn ein Rebellenaufmarsch über Tausende Kilometer so ungehindert erfolgen kann.” Anderseits sei aber auch dadurch klar geworden, “dass die Kritik der Opposition in Österreich ins Leere gegangen ist, dass nämlich Frankreich auf einer Seite Parte ergreift. Das hat es eben nicht, denn hätte Frankreich Partei ergriffe, dann wäre es nicht zu diesen Kämpfen gekommen.”

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