Dampfnudelblues - Trailer und Kritik zum Film

Bayerisch-lakonisch wie zu den besten Zeiten von Helmut Dietl kommt "Dampfnudelblues" daher, die erste Verfilmung der erfolgreichen Krimireihe rund um Dorfpolizist Franz Eberhofer. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Mit einem halb bayerischen und halb österreichischen Ensemble gelingt es Regisseur Ed Herzog, der bis dato primär durch Fernsehproduktionen auf sich aufmerksam machte, den Duktus der Romanvorlagen von Rita Falk in die Filmwelt zu transponieren. Er inszeniert ein höchst amüsantes Kriminalstück aus der bayerischen Provinz, dem dennoch nicht der schale Geschmack des Provinziellen anheftet. Ab Donnerstag in den heimischen Kinos.

Dampfnudelblues: Die Geschichte

Eigentlich hat es sich Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) als strafversetzter Dorfpolizist in Niederkaltenkirchen ganz gemütlich eingerichtet: Oma (Ilse Neubauer) kocht am heimischen Hof, während sein Beatles-liebender, kiffender Vater Franz (Eisi Gulp) auch nicht stört. Als aber an die Hauswand von Schuldirektor Höpfl (Robert Palfrader) “Stirb Du Sau” geschrieben und der Unsympathler dann auch noch von einem Zug überrollt wird, wird es stressig.

Während die Münchner Kripo und sein Chef Moratschek (Sigi Zimmerschmied) schnell an Suizid glauben, tippt Eberhofer auf Mord und nimmt mit seinem Ex-Kollegen Rudi Birkenberger (Simon Schwarz) die semilegalen Ermittlungen auf. Dass Freundin Susi (Lisa Maria Potthoff) in Italien fremdflirtet und Bruderherz Leopold (Gerhard Wittmann) mit seinem thailändischen Nachwuchs Sushi zusätzlich die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, macht die Sache nicht leichter.

Dampfnudelblue: Die Kritik

Die eigentliche Krimihandlung ist dabei in “Dampfnudelblues” jedoch völlige Pillepalle. Der Film lebt in erster Linie von seinen skurrilen Protagonisten. Die Charakterzeichnung bleibt bei aller Komik stets im plausiblen Rahmen, zeichnet die Protagonisten nie als Karikaturen. Mit trockenem Humor wird Franz Eberhofer gleichsam als bayerischer Brenner etabliert.

Einen guten Anteil daran haben neben dem herausragenden Sebastian Bezzel auch die zahlreichen heimischen Schauspieler, die sich in die bajuwarische Dorfidylle einfügen. Robert Palfrader gibt den gänzlich unsympathischen Direktor, während Simon Schwarz mit Eberhofer-Freund Rudi wieder einmal einen leicht trotteligen, aber nicht minder liebenswerten Menschen spielt. Nina Proll ist als kalte Schwester zu sehen, während Maria Hofstädter in einer Nebenrolle als misshandelte Frau zum Gegenschlag ausholt. Und schließlich ist noch Michael Ostrowski als kauziger Pathologe mit von der Partie. “Ich habe gerne mitgespielt, weil es eines der besten Drehbücher war, das ich in letzter Zeit gelesen habe”, zollte der Steirer im APA-Interview dem Werk seinen Respekt.

Das Drehbuch von Christian Zübert (“Lammbock”) basiert dabei auf dem zweiten Band der Eberhofer-Reihe von Rita Falk. Die einstige Bürokauffrau aus Oberammergau wurde 2008 arbeitslos und schrieb als Polizistengattin in ihrer neu gewonnenen Freizeit ihren ersten Roman “Winterkartoffelknödel”. Seit dessen Erscheinen 2010 folgten drei weitere Eberhofer-Bücher (neben “Dampfnudelblues” noch “Schweinskopf al dente” und “Grießnockerlaffäre”). Der fünfte Teil der Erfolgsserie, “Sauerkrautaroma”, soll im Oktober auf den Markt kommen.

(APA)

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