D: Kleinparteien erleben Aufschwung

Die kleineren Parteien erleben in Deutschland seit der Bundestagswahl einen rekordverdächtigen Mitgliederansturm. Das hat eine Umfrage der Nachrichtenagentur AP in den Parteizentralen ergeben.

FDP und Grüne rechnen deshalb damit, dass sie zum Jahresende deutlich mehr Mitglieder haben als Ende 2004. Bei der Linkspartei hat sich der Abwärtstrend der Statistik zufolge zumindest deutlich abgeflacht.

Die FDP registriert zur Zeit eine Rekordeintrittswelle. Die Liberalen hätten seit dem 18. September schon fast 3.000 neue Mitglieder gewonnen, berichtet Bundesgeschäftsführer Hans-Jürgen Beerfeltz. Nachdem sich die FDP zuletzt bei rund 65.000 Mitgliedern eingependelt hatten, hofft Beerfeltz jetzt auf mehr als 66.500 zum Jahresende. Das wäre der höchste Stand seit 1998.

Die Grünen registrierten in den vergangenen Monaten 1.031 Neueintritte auf Bundesebene. „Erfahrungsgemäß kommt auf Landes- und Kreisebene noch einmal etwa die selbe Anzahl hinzu“, erklärt Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke. Damit hätten die Grünen seit der Bundestagswahl schätzungsweise 2.000 Neumitglieder gewonnen. Die Angaben über Austritte liegen der Parteizentrale zwar noch nicht vor, unter dem Strich dürften die Grünen aber spürbar gewachsen sein (Ende 2004: 44.343).

Die Linkspartei zählte seit Anfang des Jahres 3.500 Neuzugänge, so viele wie noch nie seit Bestehen der PDS, wie ein Sprecher betont. Normalerweise meldeten sich pro Jahr etwa 1.000 bis 2.500 neue Mitglieder. Dem stünden jeweils 3.000 bis 4.000 Verluste gegenüber, hauptsächlich durch Todesfälle. Eine aktuelle Gesamtzahl kann die Partei noch nicht nennen, die Abwärtskurve dürfte sich aber abgeflacht haben. Ende 2004 hatte sie noch 61.107 Mitglieder.

Die Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG), die sich bis spätestens Sommer 2007 mit der Linkspartei.PDS zu einer gesamtdeutschen Partei zusammenschließen will, verzeichnet knapp ein Jahr nach ihrer Gründung zur Zeit 11.510 Mitglieder.

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