D: Doch kein Fluglotsen-Streik

Die deutschen Fluglotsen haben ihre Streikdrohung zurückgenommen und damit den Weg für eine Schlichtung im Tarifstreit mit der deutschen Flugsicherung freigemacht.

Der Arbeitgeber habe die Schlichtung formal eingeleitet und dies telefonisch mitgeteilt, gab die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) am Montag in Frankfurt bekannt. Daher werde es zunächst keine Streiks geben, sagte der Tarifexperte der Gewerkschaft, Markus Sievers. Als Schlichterin vorgesehen ist Ex-Justizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD). Ein Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS) sagte, er rechne mit einer ersten Verhandlungsrunde erst in der kommenden Woche.

Die Gewerkschaft hatte in der Nacht zum Montag erste konkrete Streiks angekündigt, wenn die Schlichtung nicht umgehend starte. Geplant war, von Dienstag 0.00 Uhr an für einen Tag den Flughafen Köln/Bonn lahm zu legen, von 6.00 Uhr sollte zudem die Airports Frankfurt und München sowie die Kontrollzentrale in Bremen bestreikt werden. Bei einer Schlichtung gilt jedoch eine Friedenspflicht. Erst wenn die Schlichtung scheitern würde, wären Arbeitskampfmaßnahmen wieder möglich. Ein Fluglotsenstreik könnte hunderttausende Passagiere treffen.

Seit Monaten ringen beide Seiten um einen Tarifvertrag für die 5.300 Mitarbeiter der Flugsicherung – davon 1.800 Lotsen. Die Verhandlungen waren schon im November für gescheitert erklärt worden. Die DFS hatte angesichts der Streikdrohungen in der vergangenen Woche erstmals ein konkretes Angebot vorgelegt, das bei zwölf Monaten Laufzeit drei Prozent Gehaltsplus und eine Einmalzahlung von 1.750 Euro bringen sollte. Die Gewerkschaft hatte dies als unzureichend abgelehnt und ihre Streikvorbereitungen fortgesetzt. Die Gewerkschaft hatte zuletzt vier Prozent mehr Geld, eine Einmalzahlung sowie Umstrukturierungen in den Vergütungsgruppen gefordert.

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