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„Crucible“: Amazon nimmt Gamer mit Gratis-Shooter ins Visier!

Team-Schießereien im Sci-Fi-Szenario: Der Free2Play-Titel von „Amazon Games“ zeigt Mut und Tiefgang.

(PC) Die Katze ist aus dem Sack: Vier Jahre nach der ersten Ankündigung gibt‘s „Crucible“ endlich als kostenlosen Download über Steam. Damit rückt Amazon Games ins hart umkämpfte Team-Shooter-Territorium vor. Doch „Crucible“ meidet den direkten Vergleich mit „Overwatch“, „Fortnite“, „CS:GO“ & Co., indem ein ganz eigener Weg eingeschlagen wird. Mutig, vielleicht aber auch etwas zu speziell, um bei ausreichend GamerInnen zu landen.

Die Prämisse in Kurzform: Im Team bringt man auf der bunten Alien-Welt „Crucible“ sowohl menschliche Gegner als auch feindliche Kreaturen zur Strecke. Dabei muss „Essenz“, eine wertvollen Ressource, aus der Flora und Fauna des Planeten gewonnen werden, um seine Spielfigur mit anpassbaren Skills aufzumotzen und im Kampf den vielleicht entscheidenden Vorteil zu haben.

Die extrem kreativen Figuren – auch wenn derzeit nur zehn zur Auswahl stehen – sind eine klare Stärke des Games. Aktuell im Sortiment finden sich u.a. Summer, eine frühere Schweißerin mit Doppel-Flammenwerfer, Bugg, ein Robot-Botaniker, und Earl, ein interstellarer Trucker. Wenig überraschend verfügt jeder dieser so genannten Jäger über einzigartige Waffen und Fähigkeiten. Earl beispielsweise hat immer sein 4-Lauf-MG „Misty“ dabei – dieses verfügt über mehrere Feuermodi und eine Raketendüse, um sekundenschnell abzuzischen. Die einzelnen Figuren lassen sich nicht den klassischen Archetypen (Tank, Support, etc.) zuordnen. Je nach Spielstil sind sie verschieden einsetzbar. Trotzdem gibt es sowohl Allrounder-Charaktere als auch Spezialisten (reine Nahkämpfer oder Sniper). Für den Sieg braucht es nicht nur ein gutes Auge und einen schnellen Abzugsfinger, sondern auch die richtige Strategie und ein gewisses Vorausdenken vor dem bzw. im Gefecht. Wer z.B. unbemerkt den Feind entdeckt, muss überlegen, ob er sofort angreift oder abwartet, bis dieser durch andere Gegner abgelenkt wird.

Mindestens genauso wichtig ist darüber hinaus effektives Teamwork (im besten Fall mit einem kommunikativen Team, also Freunden) – und zwar in allen drei Spielmodi von „Crucible“:

  • PvEvP – genannt „Herzstück der Schwärme“: Ein 4v4-Gefecht gegen gewaltige Boss-Hives, die überall in der Welt erscheinen. Jeder Hive enthält ein wertvolles Herz, und das erste Team, das sich drei Herzen erkämpft, gewinnt das Match – wodurch jedes einzelne Match eine empfindliche Balance zwischen dem Kampf mit dem gegnerischen Team und dem Bestehen gegen die Hives entwickelt.
  • Battle Royale – genannt „Alphajäger“: In Alphajäger kämpfen acht Zweier-Teams darum, das Gefecht als einzige zu überleben. Stirbt ein Partner, kann man eine Zweckgemeinschaft mit einem anderen Spieler eingehen.
  • Eroberung – genannt „Erntemaschinenkommando“: Erntemaschinenkommando fordert zwei Teams mit jeweils acht Spielern heraus, auf der Karte verteilte Harvester einzunehmen und zu halten. Teams verdienen sich Punkte, indem sie Harvester kontrollieren und Gegner besiegen. Dem ersten Team mit 100 Punkten gehört der Sieg.

Die Modi spielen (derzeit) allesamt auf einer Map. Diese ist zwar einigermaßen groß und mit verschiedenen Zonen auch abwechslungsreich, aber ein paar markante Plätze mehr hätten ihr gut getan.

Fazit

„Crucible“ schlägt einen eigenen, aber sehr speziellen Weg im dichten Team-Shooter-Markt ein. Man merkt dem Spiel die Liebe zum Detail, viel Fantasie und auch einen gewissen Wagemut an. Das Gunplay stimmt, die Kämpfe und auch die strategischen Feinheiten dank der vielen Spielfiguren machen Spaß. Das Essenz-Farmen bzw. das Beseitigen von Computer-Gegnern zieht sich dafür etwas – im Vergleich zur „richtigen“ Action mit menschlichen Spielern. Das ist allerdings ein vernachlässigbares Fehl. Größtes Manko: Mit einer Map, drei Spielmodi und 10 Charakteren ist der Inhalt (noch) recht bescheiden, man hat sich daran – trotz solider Belohnungsspirale – bald satt gespielt. Da wird hoffentlich rasch mehr nachgeliefert. Wäre schade drum, das Game hat viel Potenzial.

(VOL.AT)

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