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Cote d'Ivoire: Gbagbo soll UNO-Mission massiv behindern

Der Chef der UNO-Friedenstruppen in Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) wirft dem Wahlverlierer Laurent Gbagbo massive Behinderungen der UNO-Mission vor.

Gbagbos Lager tut alles, um unseren Nachschub an Lebensmitteln und Benzin zu kappen”, sagte UNO- Untergeneralsekretär Alain Leroy der französischen Zeitung “Le Figaro” (Mittwoch). Die Lage werde immer heikler und gefährlicher. “Gbagbos Anhänger versuchen, unsere Leute einzuschüchtern, sogar in ihren Wohnungen, damit sie abziehen”, sagte er. Zudem lasse er Hassbotschaften und Aufrufe zu Anschlägen gegen die UNO-Soldaten im Radio verbreiten. “Es ist brutal”, resümierte Leroy.

Die UNO-Soldaten sind derzeit um das Hotel du Golfe stationiert, in dem sich der Wahlsieger Alassane Ouattara aufhält. Sie hätten auch ihre Patrouillen in der Hauptstadt Abidjan verstärkt, aber Gbagbos Leute errichteten ständig neue Barrikaden, klagte Leroy. Der Kontakt zu dem langjährigen Präsidenten, der sich mit Gewalt an die Macht klammert, sei unterdessen abgebrochen. “Wir reden mit seinen Beratern, aber Gbagbo antwortet nicht mehr”, sagte Leroy.

Nach Einschätzung der UNO hat der Ex-Präsident etwa 20.000 Bewaffnete unter sich, nämlich die Armee, die Präsidialgarde, die Polizei und liberianische Söldner. Falls sich die Lage weiter zuspitze, werde die UNO-Mission Verstärkung brauchen. Möglicherweise werde man dafür Personal von der UNO-Mission in Liberia abziehen, aber das müsse der UNO-Sicherheitsrat entscheiden. “Unsere Mission wird von Tag zu Tag gefährlicher, aber wir werden nicht aufgeben”, betonte Leroy.

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