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Costa Concordia: Eine weitere Leiche gefunden

Inzwischen schon 16 Todesopfer geborgen.
Inzwischen schon 16 Todesopfer geborgen. ©AP
Einsatzkräfte haben am Dienstag im Wrack des havarierten Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" vor der italienischen Insel Giglio eine weitere Leiche gefunden.
Treibstoff wird abgepumpt
Costa Concordia: Satellitenbilder

Dabei handelt es sich um eine ältere Frau, die eine Schwimmweste trug, teilte Italiens Zivilschutzbehörde mit. Die Leiche befand sich unweit des Decks drei, zu dem sich die Tauchermannschaften mit Hilfe von Sprengkörpern Zugang verschaffen konnten. Dort werden weitere Leichen vermutet. Die Zahl der Todesopfer ist damit auf 16 gestiegen, 22 Menschen werden nach wie vor vermisst, teilte der Zivilschutz mit.

Kapitän bestreitet weiterhin Fluchtabsichten

Der Kapitän des am 13. Jänner havarierten Kreuzfahrtschiffes “Costa Concordia”, Francesco Schettino, hat im Gespräch mit den toskanischen Staatsanwälten erneut bestritten, dass er nach der Schiffskatastrophe flüchten wolle. “Ich wollte das Schiff nicht verlassen, ich trug nicht einmal eine Schwimmweste”, erklärte der Kapitän. Er sei lediglich in eine Schaluppe gefallen und habe dann von den Felsen aus die Evakuierungsaktion koordiniert.Der Kommandant der Küstenwache der Hafenstadt Livorno, Gregorio De Falco, der in der Nacht nach dem Unglück ein dramatisches Telefongespräch mit Schettino geführt hatte, habe seine Absichten missverstanden, so der Kapitän. “Es stimmt nicht, dass ich nicht an Bord zurückkehren wollte”, so Schettino. Die Rückkehr sei ihm wegen der starken Neigung des Schiffes unmöglich gewesen. De Falco hatte am Montag den Staatsanwälten über die dramatischen Entwicklungen in der Nacht des Unfalls berichtet. Noch diese Woche wollen die Staatsanwälte die Chefs der Reederei “Costa Crociere”, Betreiber der “Costa Concordia”, vernehmen.

“Die Verneigung”

Der Kapitän, seit 2006 im Dienst der Rederei Costa Crociere, gab zu, dass er vor der Insel ein Manöver namens “Die Verneigung” vollführen wollte, bei dem das Schiff mit voller Beleuchtung und Sirenen die Küstenbewohner grüßt. Damit wollte Schettino offenbar einen befreundeten Kapitän grüßen, mit dem er telefonierte. Der Kapitän steht in seinem Heimatort Meta di Sorrento südlich von Neapel unter Hausarrest.

Die italienischen Behörden verzeichneten nach der Havarie des Schiffes vor der Insel Giglio 16 Todesopfer. Sechs davon – drei Frauen und drei Männer – konnten bisher noch nicht identifiziert werden. Eine Obduktion soll bei der Feststellung der Identität helfen. 23 Personen seien noch vermisst, berichtete Italiens Zivilschutzchef Franco Gabrielli am Dienstag. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren mehr als 4.000 Menschen an Bord, darunter 77 Österreicher, die alle wohlauf sind.

Großer Ölfleck gesichtet

Inzwischen wurde ein großer Ölfleck unweit des Wracks der Costa Concordia gesichtet. Dabei handelt es sich um Ölprodukte und chemische Mittel, die aus dem Schiff geflossen sind. Das Öl wurde mit Hilfe von Barrieren lokalisiert und abgepumpt. Gabrielli schloss aus, dass das Wrack von dem unterseeischen Felsvorsprung rutschen könnte, unter dem es rund 30 Meter in die Tiefe geht. Das Schiff habe seine Positioin stabilisiert und sollte nicht sinken.

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