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Cosmopolis - Trailer und Kritik zum Film

Nach seinem historischen Psychoanalysedrama "Eine dunkle Begierde" hat sich der kanadische Regisseur David Cronenberg wieder stärker dem Arthaus zugewandt und legt mit "Cosmopolis" ein unsäglich blasiertes Kunstporträt der Stadt New York vor, das den Anspruch stellt, ein Spiegelbild der westlichen Gesellschaft darzustellen. Alle Spielzeiten auf einen Blick Bilderserie zum Film

Der immerhin souverän agierende “Twilight”-Schwarm Robert Pattinson wird durch Manhattan kutschiert, begegnet episodenhaft archetypischen Vertretern verschiedener Gesellschaftsgruppen und tauscht mit ihnen handelsübliche Kalendersprüche zur Lage der Welt aus. Ab Donnerstag im Kino.

Spekulant Eric Packer (Robert Pattinson) lässt sich für einen Termin bei seinem Lieblingsfriseur mit seiner Stretchlimousine quer durch Manhattan chauffieren – obgleich die Stadt wegen eines Besuchs des US-Präsidenten völlig verstopft ist. Zugleich demonstrieren Globalisierungsgegner auf den Straßen als Vorboten eines Umsturzes und wird der überraschend verstorbene Sufi-Rapper Brutha Fez in einem Begräbniszug beerdigt. In seiner schalldichten Zelle begegnet Packer so über den Tag hinweg immer wieder seiner Frau, hat mit anderen Frauen (u.a. Juliette Binoche) Sex, lässt seinen Leibarzt zur Rektaluntersuchung kommen. In der Außenwelt brechen indes die Währungskurse ein, wackelt sein Vermögen, während der Finanzmogul mit seinen Leibwächtern die zeitgenössische Metaphernwelt im Schritttempo durchstreift. Letztendlich sieht sich Packer seinem Attentäter (Paul Giamatti) gegenüber.

Eklektizistische Belanglosigkeit: Cronenbergs “Cosmopolis”

Cronenberg hält sich dabei relativ präzise an seine Vorlage, den gleichnamigen Bestseller von Don DeLillo. Die Credits unterlegt er noch mit Actionpainting-Gemälden. Die Dynamik eines Jackson Pollock nimmt er im Film selbst dann jedoch nie auf, das Werk bleibt ein Sammelsurium scheinbar unzusammenhängender Farbtupfer. Cronenberg erschafft eine surreale, aseptische Welt, die sich aus gleichnishaften Episoden zusammensetzt und weniger “am System” denn den unerträglichen Plattitüden der Protagonisten krankt.

Die Figuren monologisieren vor sich hin, auch wenn sie eigentlich miteinander sprechen und geben dabei eklektizistische Belanglosigkeiten von sich: “Ich war halbherzig” – “Das liegt daran, dass Sie nur ein halbes Herz haben”, sei hier pars pro toto genannt. Die Akteure philosophieren in gespreizten Dialogen über die Beschleunigung der Zeit in der Cyberära, über die Finanzwelt, den Kunstmarkt, Rapmusik. “Alles ist ein Skandal. Sterben ist ein Skandal. Wir tun es trotzdem.” Aha.

Letztlich handelt es sich bei “Cosmopolis” um einen Stadtfilm ohne Stadt, um ein disloziertes Essay, das “Taxi Driver” in eine Limousine verlagert – der Protagonist sitzt nicht mehr selbst hinter dem Steuer, sondern lässt sich passiv führen. Wenn Packer schlussendlich seinem Attentäter mit der gezückten Pistole gegenübersitzt, kann man sich als Zuschauer des Gedankens nicht erwehren: Nun drück doch endlich ab!

(APA)
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