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Coronavirus: ÖBB-Tickets von und nach Italien können kostenlos storniert werden

Die Bahn zwischen Italien und Österreich fährt wieder.
Die Bahn zwischen Italien und Österreich fährt wieder. ©APA/EXPA/JOHANN GRODER
Am Montag waren die Bahnverbindungen zwischen Italien und Österreich wieder frei befahrbar. ÖBB-Tickets von und nach Italien sind dennoch bis 26. Februar kostenlos stornierbar.

Nachdem am späten Sonntagabend ein Zug am Brenner angehalten worden ist, waren die Bahnverbindungen zwischen Italien und Österreich am Montag wieder frei befahrbar. Laut ÖBB gibt es täglich rund 20 Züge über den Brenner in Tirol und in Kärnten via Tarvis nach Italien. Dazu kommen tägliche Intercity-Busse nach Triest und Venedig.

ÖBB: Tickets können kostenfrei storniert werden

Tickets von und nach Italien können bis einschließlich 26. Februar kostenfrei storniert werden, sagte ÖBB-Sprecherin Juliane Pamme am Montag der APA. "Es gibt aktuell keine Einschränkungen, weder im Personen-, noch im Güterverkehr." Die ÖBB seien "in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden und anderen europäischen Eisenbahnunternehmen", betonte die Sprecherin. Auch hat die Bahn einen eigenen Einsatzstab bezüglich des Coronavirus eingerichtet. "Dadurch können wir auf Änderungen auch rasch reagieren", sagte Pamme. Die Daten von Bahn- und Busgästen werden nicht erfasst. Das gelte aber für sämtliche Eisenbahnbetriebe, berichtete die Bahn-Sprecherin.

Auch der Fernbus-Marktführer Flixbus bedient mehrere Verbindungen täglich von Österreich nach Italien und retour. Die Lage nach dem Coronavirus-Ausbruch in Italien werde "mit großer Sorgfalt beobachtet", hieß es seitens der Pressestelle gegenüber der APA.

Anschober: "Kein Glassturz" über Österreich

Vor einem Treffen mit den Gesundheitslandesräten wegen der Coronavirus-Epidemie hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit betont: "Man kann keinen Glassturz über Österreich errichten." Die nächsten ein, zwei Wochen würden entscheidend sein, wie die Entwicklung bei SARS-CoV-2 verläuft.

Nach der Entwicklung am Wochenende, vor allem durch die Krankheitsfälle in Italien, sei die Situation ernst, "aber es gibt keinen Grund zur Panik", betonte der Ressortchef. Österreich sei in engem Kontakt mit anderen Staaten. Tritt bei einem Coronavirus-Verdachtsfall ein Hinweis auf eine Verbindung nach Österreich auf, werden die heimischen Behörden sofort informiert, betonte er erneut. Bisher sei ein solcher Fall nicht eingetreten.

Auch auf heimische Verdachtsfälle werde sofort reagiert. Der Test auf das neuartige Coronavirus, dass die Lungenkrankheit Covid-19 verursacht, dauere mittlerweile nur noch wenige Stunden bis zu einem Ergebnis, berichtete der Gesundheitsminister. Auch die bis Montagvormittag in Österreich durchgeführten 189 Tests waren alle negativ. Dass der Höhepunkt der "normalen" Grippewelle überschritten ist, sei auch positiv in Sachen Coronavirus.

Anschober lobt Kommunikation im Land und Bund

Weiters setzt das Ministerium auf eine enge Zusammenarbeit im Land selbst: Die Kommunikation in der Regierung sei hervorragend, lobte Anschober, ebenso jene zwischen Bund und Ländern. In der heutigen Sitzung mit den Gesundheitslandesräten werde die aktuelle Entwicklung in Italien besprochen sowie die Lage in China. Vor allem würden Maßnahmen für allfällig auftretende Erkrankungsfälle im Inland thematisiert. "Es ist derzeit keine globale Pandemie", betonte der Politiker. Dennoch würden die Vorbereitungsarbeiten für eine allfällige Erkrankung in Österreich laufen.

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) verwies auf den Einsatzstab im BMI, der in den Mittagsstunden zusammentritt. Dieser besteht aus Experten der Ministerien sowie einer Fachgruppe. Auch dort werde durchexerziert, wie die Reaktion auf einen möglichen bestätigten Coronavirus-Fall im Inland ausfallen würde. Derzeit sei die Situation aber sicher und stabil, "und wir sorgen dafür, dass es so bleibt", betonte der Ressortchef. Laut Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) steht die ABC-Abwehrschule in Vorbereitungen, um allenfalls unterstützen zu können. Zwei Kompanien der ABC-Abwehrschule des Heeres bereiten sich auf einen allfälligen Einsatz vor.

Schramböck: Grenzschließung zu Italien kein Thema

Österreich wird seine Grenze zu Italien trotz des Coronavirus-Ausbruchs in Norditalien vorerst nicht schließen. "Im Moment steht das noch nicht zur Debatte. Langfristig, wenn es sich ausweitet, muss man sehen, welche Schritte zu setzen sind", sagte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) am Montag. Sie geht auch davon aus, dass der Hafenbetrieb in Genua aufrechterhalten wird.

Zum Ausbruch im südlichen Nachbarland sagte die Ministerin, dass man da "ganz am Anfang" stehe. "Wir werden sehen, wie es sich weiterentwickelt. Wenn man nach Italien schaut, kann man sehen, dass die italienische Regierung alle notwendigen Schritte ergreift. Jetzt gilt es mal zuzuwarten und vorbereitet zu sein."

Schramböck verwies auf den am Montagnachmittag in Wien anstehenden Krisenstab. "Unser Kanzler Sebastian Kurz ist mit dabei. Das heißt, es ist das Thema ganz oben angekommen", beruhigte die Wirtschaftsministerin in einer Pressekonferenz, die sie gemeinsam mit Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer zum Thema Digitalisierung hielt.

Mahrer hält Schließung der Grenze für "unangebracht und überzogen"

Eine Schließung der Grenze zu Italien hält Mahrer "zum jetzigen Zeitpunkt für unangebracht und überzogen". "Wir sind weit weg von solchen Maßnahmen. Wir beobachten das in Ruhe, aber das ist natürlich eine Entscheidung, die im Fall des Falles die Politik treffen muss."

"Es ist keine Zeit für Panik", betonten sowohl Schramböck als auch Mahrer. Für Firmen, die das Coronavirus wirtschaftlich trifft, verwies Schramböck auf die eingerichtete "Taskforce", diese werde wöchentlich tagen, so die Wirtschaftsministerin. In erster Linie gehe es da um verzögerte Lieferungen aus China.

Zur Frage, ob eine Pandemie noch vermeidbar sei, sagte Mahrer: "Wir sind nicht die Spezialisten auf der medizinischen Seite. Wir beobachten das so wie alle anderen europäischen Partner." "Eine Eindämmung in letzter Sekunde ist wohl auch mit allen verfügbaren Kräften nicht mehr erreichbar", sagte der Berliner Virologe Christian Drosten am Sonntag.

Schätzungen für wirtschaftliche Schäden noch zu früh

Die Überlegungen von Epidemiologen, ob die rigorosen Quarantäne-Maßnahmen gegen die weitere Verbreitung ab einem bestimmten Zeitpunkt mehr schaden als nützen, stuft Mahrer als "großes Kaffeesudlesen" ein. "Ich glaube, wir müssen mit der notwendigen Gelassenheit aber Ernsthaftigkeit an so Sachen herangehen", verwies Mahrer auf den Kampf gegen das verwandte SARS-Virus. Die Absage von Großveranstaltungen - wie die Mobilfunkmesse in Barcelona, die diese Woche hätte stattfinden sollen - hält Mahrer für sinnvoll, auch wenn solche Maßnahmen wirtschaftlichen Schaden anrichten. "Manchmal ist Vorsicht besser als Nachsicht." Allerdings: "Wir können nicht mehr tun als beobachten, monitoren und dann Einschätzungen vornehmen", räumte er ein.

Für Schätzungen der wirtschaftlichen Schäden ist es laut Schramböck und Mahrer noch zu früh. "Natürlich wird es Auswirkungen geben", derzeit betreffe dies vor allem die asiatischen Lieferketten in der Automobilzulieferbranche sowie die Elektronikindustrie. "Aus den europäischen Themen sehen wir noch keine Zahlen", erklärte Schramböck.

AUA fliegt weiter Italien an

Die Ausbreitung des Coronavirus in Italien hat vorerst keine Auswirkungen auf den Flugplan der AUA. Wie ein Sprecher am Montag auf APA-Anfrage sagte, beobachte man die Lage und sei in Kontakt zu den Behörden. Auch sonst werden alle Flugverbindungen von und nach Italien in Wien-Schwechat planmäßig abgewickelt, sagte Flughafensprecher Peter Kleeemann.

Austrian Airlines folgt damit der Politik der Lufthansa-Mutter. AUA bedient diverse Destinationen in Italien, u.a. Mailand und Venedig. Gestrichen sind hingegen die AUA-Flüge von und nach China. Dies gilt zunächst bis zum Ende des Winterflugplans am 28. März 2020 und betrifft Peking und Shanghai.

Die einzigen Direktflüge von China nach Wien werden laut Kleemann aktuell von der Air China abgewickelt, die dreimal pro Woche von Peking nach Wien fliegt. Die Passagiere werden dabei Körpertemperaturkontrollen unterzogen.

(APA/Red)

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