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Coronavirus: Hier gilt ab Freitag wieder die Maskenpflicht

Ab Freitag muss in Bereichen des täglichen Lebens wieder ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.
Ab Freitag muss in Bereichen des täglichen Lebens wieder ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. ©APA (Sujet)
Die Bundesregierung verschärft aufgrund der gestiegenen Coronavirus-Infektionszahlen wieder die Präventionsmaßnahmen. Ab Freitag gilt im Lebensmitteleinzelhandel, in Supermärkten, Banken und der Post wieder die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht. Das gab Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) Dienstagnachmittag in einer Pressekonferenz bekannt.

Strenger gehandhabt werden auch die Regeln an Österreichs Grenzen. Ebenfalls ab Freitag ist die Einreise aus Risikogebieten nur noch mit negativem PCR-Test erlaubt. Dieser muss aus zertifizierten Laboren stammen. Es kommt eine verstärkte Quarantäneüberwachung, und alle Grenzkontrollen werden gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden durchgeführt.

Kirchen und Religionsgemeinschaften mit Bezug zu Risikogebieten im Ausland drängt man zu einer generellen Maskenpflicht. Jene mit positiven Fällen sollen geschlossen werden.

Österreichische Ärztekammer erfreut

Die Österreichische Ärztekammer (ÖAK) hat die Entscheidung der Bundesregierung, die Maskenpflicht in Supermärkten und Bank- und Postfilialen wiedereinzuführen, ausdrücklich begrüßt. Diese Maßnahme wäre in Anbetracht der Sorglosigkeit vieler Menschen und der damit verbundenen stetig steigenden Zahl an Infizierten "schon längst notwendig gewesen", betonte Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres.

"Wir haben schon vor einigen Tagen darauf hingewiesen, dass wir wahrscheinlich nicht umhinkommen werden, wieder mehr gesetzliche Vorgaben zu setzen. Es ist gut und richtig, an die Eigenverantwortung der Menschen zu appellieren. Wenn das aber nichts nützt, muss es zu Anordnungen kommen, schon allein zum Schutz jener, die schon bisher einen Nasen-Mund-Schutz in geschlossenen Räumen getragen und damit ihre Mitmenschen geschützt haben", meinte Szekeres in einer Presseaussendung. Gerade in Supermärkten und ähnlichen Geschäften sei es oft sehr schwierig, einen entsprechenden Abstand zu den anderen Kunden einzuhalten. Zu rasch habe man sich nach den ersten Lockerungen an die wiedererlangte Freiheit gewöhnt. Die nun erfolgte Verschärfung der Maskenpflicht in geschlossenen Räumen sei "die einzig richtige Antwort der Regierung auf die zunehmende Sorglosigkeit der Menschen und zudem eine vergleichsweise niederschwellige, aber umso effektivere Maßnahme im Kampf gegen Covid-19", hielt Szekeres fest.

Comeback der Maske im Supermarkt: Rewe und Spar gerüstet

"Wir sind auf die neuerliche MNS-Pflicht vorbereitet und haben ausreichend Mund-Nasen-Schutz lagernd", sagte ein Sprecher des Handelskonzerns Rewe (u.a. Billa, Merkur, Penny) zur APA. Auch Spar ist gerüstet.

"Für die Kunden stellen wir Masken, sofern welche gebraucht werden, weiterhin gratis zur Verfügung", sagte Spar-Sprecherin Nicole Berkmann am Dienstag. Man gehe aber davon aus, dass nur wenige Kunden eine Maske brauchen werden, da mittlerweile fast jeder eine eigene habe. "Am Ende der letzten Maskenpflicht brauchten nur noch zehn Prozent der Kunden eine Maske von uns", so Berkmann.

Wiedereinführung der Maske im Handel: Freude hält sich in Grenzen

Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), sieht die Wiedereinführung der Maske als vernünftig, wenngleich er einräumte, dass sich die Freude in Grenzen halte. Die Beschäftigten müssten den Mund-Nasen-Schutz den ganzen Tag tragen, "da ist keiner glücklich", sagte Trefelik zur APA. Auch sei nicht jeder Supermarkt um jede Zeit gleich gut besucht. "Hier zu differenzieren geht aber nicht, es ist ein schwieriger Balanceakt, den die Regierung hier gehen muss", betonte Handelsobmann Trefelik.

Die Maskenpflicht geht auch mit Umsatz- und Frequenzeinbußen einher. Seit der Wiedereinführung in Oberösterreich seien Umsatz und Frequenz im Vergleich zu Anfang Juli um bis zu 25 Prozent zurückgegangen, räumte der Handelsverband kürzlich ein. Trefelik hofft, dass die gesunden Handelsfirmen das heurige Jahr überstehen. "Wenn heute eine generelle Maskenpflicht verkündet worden wäre, hätte ich es deutlich pessimistischer gesehen. Jetzt haben wir eine Chance. Wir sehen ein zartes Pflänzchen der Konsumfreude."

Trefelik appellierte an die Menschen, auch im Freien und bei privaten Feiern verantwortungsvoll zu sein. Er habe noch nie einen Cluster im Handel gesehen.

Appell der Apothekerkammer: Maßnahmen befolgen

Nach Wiedereinführung der Maskenpflicht in Supermärkten, Post- und Bankfilialen appellierte die Österreichische Apothekerkammer, diese Maßnahme auch dringend einzuhalten. "Bitte befolgen Sie unbedingt die Corona-Sicherheitsvorschriften. Der Mund-Nasenschutz stellt eine immens wichtige Vorsorgemaßnahme gegen eine mögliche Covid-19-Erkrankung dar."

Das verpflichtende Tragen von Schutzmasken habe sich in den Apotheken bestens bewährt und zähle zu den wichtigsten Sicherheitsregeln, sagte Christian Wurstbauer, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer in einer Aussendung am Dienstagnachmittag. "Apotheken waren und sind Orte der Sicherheit."

Auch das häufige Händewaschen und das Einhalten eines Sicherheitsabstandes zu anderen Personen von mindestens einem Meter sei nach wie vor von größter Wichtigkeit, so Wurstbauer. "Der Babyelefant soll weiterhin mitten unter uns leben, schicken wir ihn nicht weg."

Kirche und Religionen verschärfen Maßnahmen

Kirchen und Religionsgesellschaften haben nach Absprache mit staatlichen Institutionen die Covid-19-Prävention verschärft: die Maskenpflicht ist ab Freitag auch im Gottesdienst wieder gültig, lautet der wichtigste Punkt. Wie Kultusministerin Susanne Raab (ÖVP) am Dienstag mitteilte, wurde die Lage zuvor mit allen Gemeinschaften besprochen und eine gemeinsame Vorgangsweise vereinbart.

"Die Vorgangsweise ist mit der Bischofskonferenz abgesprochen und die konkrete Umsetzung im Bereich der Katholischen Kirche wird derzeit geklärt", sagte der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Peter Schipka, gegenüber Kathpress. Ist es im Umfeld von Kirchengemeinden zu Coronafällen gekommen oder sollten Regionen besonders davon betroffen sein, dann würden in Absprache mit den lokalen Gesundheitsbehörden alle notwendigen und angemessenen Maßnahmen getroffen werden, um die Gefahr von Infektionen zu reduzieren.

"Das vorübergehende Aussetzen von öffentlichen Gottesdiensten ist eine Möglichkeit", hieß es dazu weiter. Mit dem Bereitstellen von Desinfektionsmitteln oder der Reinigung von regelmäßig verwendeten Flächen soll das Infektionsrisiko weiter minimiert werden.

Covid-19: Ampel-Probebetrieb im August

Das österreichische Corona-Ampelsystem, das das Covid-19-Risiko auf Bezirksebene einstufen soll, wird im Laufe des Augusts in Probebetrieb gehen. Das hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Dienstagnachmittag in der Regierungspressekonferenz angekündigt. Zwei grundlegende Beschlüsse dafür sollen bereits im Sommerministerrat Ende Juli beschlossen werden.

Einerseits seien dies die Kriterien, nach denen die vierstufige Ampel gestellt wird, andererseits die Schaffung der Coronakommission, die diese Ampel schaltet. Im August soll die Regelung dann gemeinsam mit allen betroffenen Ministerien verankert werden. Insgesamt soll die Ampel vier Kriterien berücksichtigen. Und je nach Ampelstufe - von grün bis rot - sollen dann in den betreffenden Bezirken Maßnahmen verhängt werden.

SPÖ urgiert fehlendes Gesamtkonzept

Die SPÖ begrüßt die Wiedereinführung der Mund-Nasen-Schutzmasken in Supermärkten, Bank- und Postfilialen, bemängelt aber ein fehlendes Gesamtkonzept der Bundesregierung. Für die FPÖ ist das verpflichtende Maskentragen beim Lebensmitteleinkauf "reine Schikane", wie Klubobmann Herbert Kickl per Presseaussendung wissen ließ. Die NEOS vermissen bei der Bundesregierung "evidenzbasierte Maßnahmen".

Für SPÖ-Gesundheitssprecher Philip Kucher sind die Österreicher "noch immer mit einem Fleckerlteppich und Stückwerk an verschiedenen Regeln konfrontiert". Dass die Regierung die von SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner eingeforderte Ausweitung der Maskenpflicht umsetze, sei zu begrüßen, aber es mache überhaupt keinen Sinn, wenn auf eine ähnliche Situation in Oberösterreich anders reagiert wird als in Vorarlberg, meinte Kucher in einer Aussendung.

Kucher plädierte für zentrale Vorgaben als Grundlage für lokale Entscheidungen in den Bundesländern. Außerdem sei ein schnelleres und umfassenderes Vorgehen bei den Testungen sowie eine rasche Rückverfolgung aller - auch asymptomatischer - Kontaktpersonen erforderlich. Dazu bräuchte es nach Ansicht der SPÖ eine zentrale Krisenkoordination.

FPÖ: Maske nur für Symbolik gut

Außer Symbolik habe die Maske "wirklich keinerlei Effekt", sondern sei "reine Schikane, mit der man der Öffentlichkeit eine Art von Tätigkeit vorgaukeln, die Menschen aber vor allem in Angst versetzen könne", gab FPÖ-Klubobmann Kickl zu bedenken. Wichtiger wäre es, wenn die Regierung sich mit der Reparatur des Schadens beschäftige, den sie "mit übersteigerten, wirren und teilweise völlig widersprüchlichen Maßnahmen" angerichtet habe. Sämtliche Versprechungen bezüglich Wirtschaft und Arbeitsmarkt seien nicht eingelöst worden, behauptete Kickl. Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Arbeitslose würden "von einer außer Rand und Band geratenen Bürokratie drangsaliert".

Bei der Regierung heiße es offensichtlich "Inszenierung statt evidenzbasierter Maßnahmen", stellte NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker zur bundesweiten Maskenpflicht fest. Diese sei verwirrend und widerspreche jeder wissenschaftlichen Evidenz und den angekündigten Plänen, regionale Maßnahmen setzen zu wollen. "Jetzt bekommen ganze Bezirke ohne einen einzigen Covid-19-Fall neue Vorschriften. Beim viel beschworenen Ampel-System, regionalen Maßnahmen oder einer bundesweiten, koordinierten Teststrategie geht aber nichts weiter", konstatierte Loacker.

Die Bürger könnten - was das Maskentragen betrifft - grundsätzlich "eigenverantwortlich entscheiden, wann sie in geschlossenen Räumen, in denen der Abstand nicht eingehalten werden kann, Mund-Nasen-Schutz tragen". Auch NEOS verlangten schnellere und unbürokratischere Testungen. Nur so könne man Cluster und Hotspots rasch identifizieren und regional reagieren.

(APA/Red.)

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