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Coronavirus: Experte erwartet zwei "Peaks"

Laut Experten gibt es bei Pandemien meist zwei Höhepunkte hintereinander.
Laut Experten gibt es bei Pandemien meist zwei Höhepunkte hintereinander. ©APA/HANS PUNZ
Der ehemalige Planungschef des Gesundheitsministeriums bei der Schweinegrippe 2009/2010 erwartet einen längeren Verlauf des Coronavirus. Laut Experten treten bei Pandemien meist zwei "Peaks" hintereinander auf.
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"Wir können nur die Hoffnung haben, dass Europa mit einem blauen Auge davonkommt." Dies erklärte Dienstag der ehemalige Sektionschef im Gesundheitsministerium, Hubert Hrabcik, vor der "Schweinegrippe"-Pandemie Leiter der Planungsarbeiten für den Notfall 2009/2010 gegenüber der APA zur aktuellen Situation rund um das neue Coronavirus. Leitend in der Bekämpfung müsse das Gesundheitsministerium sein.

Kein Impfstoff gegen das Coronavirus

"Verglichen mit damals haben sich die Ablaufszenarien nicht wesentlich geändert. Es gibt zwei Bereiche, die bei Covid-19 sicher schwierig sind. Wir hatten damals antivirale Medikamente zur Verfügung und hatten die auch eingelagert. Und dann hatten wir bei dem US-Konzern Baxter einen Pandemie-Influenzaimpfstoff vorbestellt. Gegen das neue Coronavirus gibt es aber keinen Impfstoff", sagte Hrabcik, der als Generaldirektor für die Öffentliche Gesundheit schließlich im Jahr 2010 aus dem Bundesdienst ausschied. Nachfolgerin als Sektionsleiterin wurde schließlich Pamela Rendi-Wagner.

Innenministerium soll sich nicht in den Vordergrund stellen

Hrabcik ist beim Verfolgen der Entwicklung in Österreich in Sachen neues Coronavirus auch etwas erstaunt: "Verwunderlich ist nur, wie sich das Innenministerium in den Vordergrund spielt. Die können ja nur Hilfskräfte sein, nicht mehr. Federführend muss das Gesundheitsministerium sein." Der Krisenstab im Innenministerium könne nur eine Koordinationsaufgabe haben: "Wer macht was außerhalb des Gesundheitsbereiches." Grenzkontrollen etc. könnten das Virus nicht bremsen: "Am ehesten gelingt das mit Ausgangskontrollen. Da sind die Chinesen aber sehr dahinter. Grenzkontrollen (Eingangskontrollen; Anm.) bei uns können nur der Beruhigung der Bevölkerung dienen, dass 'etwas' geschieht."

Beim internationalen Reiseverkehr ergebe sich derzeit eine skurrile Situation, wie der Arzt erklärte: "Die westlichen Fluggesellschaften haben die Flüge nach China eingestellt. Aber die Air China fliegt weiterhin nach Europa."

Pandemien: Meistens zwei Höhepunkte zu erwarten

Schnell werde die Welle an Coronavirus-Erkrankungen jedenfalls nicht vorüber sein, erklärte der Experte: "Analysen von Pandemien der letzten hundert Jahre haben gezeigt, dass da zumeist zwei 'Peaks' hintereinander auftreten. Hier kann man die Entwicklung wahrscheinlich ganz mit jener bei einer Influenza-Pandemie vergleichen. Das kann sich leicht bis in den Sommer hinein ziehen. Die Türkei hat die Grenzen zum Iran dicht gemacht. Russland hat Grenzen gesperrt." Im Iran sei wahrscheinlich bereits von Tausenden Fällen auszugehen.

Hrabcik sieht in Covid-19 eindeutig eine neue Pandemie: "Ich spreche von einer Pandemie. Die Krankheit hat sich über mehrere Kontinente ausgebreitet." Die Ausbreitung erfolge schnell. Bei Reisebeschränkungen müsse man, wenn man irgendeinen Effekt haben wolle, entschieden vorgehen: "Wenn man Reisebeschränkungen macht, muss man den Reiseverkehr stoppen." Das hätte dann natürlich die entsprechenden Auswirkungen.

Symptome von Covid-19 ähneln Influenza

Ein weiteres Problem mit Covid-19, wie Hrabcik sagte: "Die Symptomatik einer Coronavirus-Erkrankung ist 'überdeckend' mit jener der saisonalen Grippe." Dadurch können Erkrankungen eben auch leicht übersehen werden. "Es macht aber Sinn, dass man - wie es jetzt in Österreich geschieht - bei noch wenigen Fällen die Kontaktpersonen von Patienten zu finden und ebenfalls zu isolieren." Gut laufe offenbar das "Early Warning"-System des Europäischen Zentrums für Krankheitskontrolle (ECDC), über das die wichtigen medizinischen Informationen kämen.

Man sollte aber der Bevölkerung jedenfalls klare Informationen geben. "Da finde ich die Aussage von Wiens Gesundheitsstadtrat (Peter; Anm.) Hacker sehr gescheit, dass wir natürlich auch Coronavirus-Erkrankungen haben werden." Nur zu beschwichtigen, helfe auch niemand.

(APA7red)

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