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Coronavirus: AUA will Kurzarbeit einführen

Auswirkungen des Coronavirus: Die AUA führt nun Kurzarbeit ein.
Auswirkungen des Coronavirus: Die AUA führt nun Kurzarbeit ein. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Aufgrund zahlreicher Flugabsagen wegen des Coronavirus soll die Austrian Airlines (AUA) Kurzarbeit einführen wollen.

Weil wegen des Coronavirus zahlreiche Flüge gestrichen wurden, wird die AUA Kurzarbeit einführen. "Wir haben soeben beim AMS den Antrag auf Kurzarbeit eingereicht", sagte AUA-Sprecher Peter Thier am Freitagnachmittag zur APA. "Wir werden uns jetzt mit dem Betriebsrat zusammensetzen, um die Details für unsere 7.000 Mitarbeiter zu besprechen."

AUA hat Antrag auf Kurzarbeit eingereicht

Jetzt müsse geklärt werden, welche Form der Kurzarbeit für welche Beschäftigungsgruppe sinnvoll sei, sagte der Sprecher. "Es kann Beschäftigungsgruppen geben, die eine stärkere Kurzarbeit machen als andere." Zeitpunkt, Umfang, Ausmaß und Dauer müssten noch vereinbart werden. "Das werden wir in den nächsten zwei Wochen mit dem Betriebsrat besprechen." Frühestmöglicher Zeitpunkt sei der 1. April, "das ist unser Ziel".

"Wir können und wollen das nur gemeinsam mit dem Betriebsrat machen", betonte Thier. Die Austrian Airlines haben für das fliegende und für das Bodenpersonal unterschiedliche Betriebsräte.

Verunsicherung durch Coronavirus: Nachfrage geht extrem stark zurück

Man werde die Marktlage weiter genau beobachten, "die Nachfrage geht derzeit extrem stark zurück aufgrund der Verunsicherung durch die Verbreitung des Coronavirus". Der Vorstand der AUA-Mutter Lufthansa hat heute beschlossen, die angebotene Flugkapazität noch stärker als bisher geplant zu verringern. Abhängig von der weiteren Entwicklung der Nachfrage soll die Kapazität in den nächsten Wochen um bis zu 50 Prozent reduziert werden, um die finanziellen Folgen des Nachfrageeinbruchs zu verringern, teilte die Lufthansa mit. Auch die APA prüft weitere Kapazitätsanpassungen.

Der Konzern hat rund 780 Flugzeuge in der Flotte, die im vergangenen Jahr durchschnittlich 3.226 Flüge pro Tag absolviert haben. Schwerpunkte der Absagen vom Donnerstag waren die innerdeutschen Verbindungen mit hohen Frequenzen sowie Flüge nach Italien. Das Personal wurde aufgefordert, freiwillig in Teilzeit zu gehen oder unbezahlten Urlaub einzureichen. Auch in Deutschland wird die Möglichkeit von Kurzarbeit geprüft.

Letzte Kurzarbeit bei AUA im Jahr 2008

Die AUA hatte zuletzt im Zuge der Finanzkrise 2008 Kurzarbeit eingeführt. "Wir kennen dieses Modell und sind auch nicht das einzige Unternehmen, das dieses Modell schon angewendet hat. Es ist ein erprobtes Modell in Österreich, um auf solche Nachfragerückgänge zu reagieren, um auch einen Schutz für die Arbeitnehmer zu bieten." Welche Form der staatlichen Unterstützung es bei der Kurzarbeit gebe, werde von den Budgetmitteln und von den Anträgen abhängig sein.

Die Politik sei bereits eingebunden, sagte der Sprecher von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Johannes Frischmann, zur APA. Am Samstagvormittag werden Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) und Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) um 10 Uhr in einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt zu dem Thema Stellung nehmen.

(APA/Red)

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