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Corona global gesehen: So ergeht es Menschen in anderen Ländern

©Pixabay
In Russland werden Corona-Patienten per App überwacht. Litauen bekämpft die Leere in Restaurants mit Schaufensterpuppen. Und im Jemen bahnt sich eine Covid-19-Katastrophe an.

RUSSLAND - Corona-Patienten werden per App überwacht

In der russischen Hauptstadt Moskau werden Corona-Patienten, die eine milde Form der Lungenkrankheit zu Hause auskurieren, über eine App überwacht. Doch Menschenrechtler haben Bauchschmerzen, was diese Form der Kontrolle angeht. "Die App ist aufdringlich, verletzt die Privatsphäre und andere Rechte", kritisierte die Organisation Human Rights Watch. So werden etwa Push-Nachrichten an die Patienten geschickt mit der Aufforderung, sofort ein Selfie zu machen. Damit sollen sie beweisen, die Wohnung nicht verlassen zu haben. Corona-Patienten dürfen 14 Tage nicht aus dem Haus gehen.

Sollten die Nutzer nicht umgehend auf diese Nachrichten reagieren, drohe eine Strafe von 4000 Rubel (etwa 51 Euro). Human Rights Watch zufolge berichteten Nutzer, dass sie sogar im Schlaf von solchen Aufforderungen überrascht worden seien und beim Aufwachen die Geldbuße bemerkt hätten. Eine Frau habe berichtet, dass sie selbst in einem Rettungswagen auf dem Weg ins Krankenhaus mit der Strafe belegt worden sei, weil sie nicht auf diese Nachricht reagiert habe.Mehr als 60 000 Corona-Patienten nutzen diese App mittlerweile. Damit überwachen die Behörden seit Anfang April, ob sich Erkrankte an die Quarantäne-Auflagen halten. In russischen Medien wird immer wieder über Schwachstellen berichtet, viele beschweren sich. Die Stadt habe darüber umgerechnet mehr als zwei Millionen Euro Strafe kassiert.

"Die Moskauer Behörden haben zu Unrecht Hunderte, wenn nicht gar Tausende von Menschen wegen angeblicher Verletzung der Selbstisolierung bestraft", teilte die Organisation mit. Diese im April eingeführte App stecke voller technischer Mängel. Sie habe Zugriff zum Beispiel auf den Standort des Handys, die Anrufe, Kameras und Informationen über das Wlan. Unklar sei, warum diese App all diese Daten benötige, kritisierte Human Rights Watch.

JEMEN - Covid-19-Katastrophe bahnt sich an

Die Situation im bitterarmen Bürgerkriegsland Jemen spitzt sich zu. Alarmierend hohe Sterblichkeitsraten im Covid-19-Behandlungszentrum im Südjemen deuten nach Angaben der internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) auf eine größere Katastrophe hin. Das Covid-19-Behandlungszentrum, das MSF in Aden betreibt, ist das einzige im gesamten Südjemen. Innerhalb weniger Tage wurden dort rund 170 Patienten aufgenommen, mindestens 68 von ihnen sind gestorben.

Der Jemen liegt im Süden der Arabischen Halbinsel und zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Dort tobt seit mehr als fünf Jahren ein Bürgerkrieg. Aden wird von südjemenitischen Separatisten kontrolliert. Ein Großteil der 28 Millionen Einwohner des Landes leidet massiv unter dem Konflikt. Etwa 80 Prozent der Bevölkerung sind nach UN-Angaben auf humanitäre Hilfe angewiesen. "Was wir in unserem Behandlungszentrum sehen, ist nur die Spitze des Eisbergs, was die Zahl der Infizierten und Sterbenden in der Stadt angeht", sagte MSF-Projektleiterin Caroline Seguin. "Die Menschen kommen zu spät zu uns, um sie zu retten, und wir wissen, dass viel mehr Menschen überhaupt nicht mehr kommen: Sie sterben einfach zu Hause. Es ist eine herzzerreißende Situation."

Eine überdurchschnittlich hohe Sterblichkeitsrate und die hohe Zahl an infiziertem medizinischen Personal zeige, dass die Krankheit sich mittlerweile extrem ausgebreitet hat. Die Hilfsorganisation fordert dringend Hilfe, unter anderem von den Vereinten Nationen (UN). Das Land brauche mehr Geld, mehr medizinisches Personal - und dringend mehr Sauerstoffkonzentratoren, um Patienten beim Atmen zu helfen.

Super-Reiche in den USA werden trotz Corona-Krise noch reicher

Die Super-Reichen in den USA sind trotz der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise noch reicher geworden. Das Vermögen der 600 reichsten US-Amerikaner wuchs zwischen dem 18. März und dem 19. Mai um insgesamt 434 Mrd. Dollar (395 Mrd. Euro) - dies entspricht einer Steigerung von fast 15 Prozent, wie das US-Magazin "Forbes" am Donnerstag berichtete.

So nahm etwa das Vermögen von Amazon-Chef Jeff Bezos um mehr als 30 Prozent zu, jenes von Facebook-Chef Mark Zuckerberg um mehr als 46 Prozent. Millionen Menschen in den USA haben in der Corona-Krise ihre Arbeit verloren, Online-Unternehmen konnten hingegen von der Schließung von Restaurants und Geschäften profitieren. So legte der Börsenwert von Facebook seit Beginn der Corona-Beschränkungen Mitte März um 60 Prozent zu, jener von Amazon um 45 Prozent. Netflix legte um 46 Prozent zu und Apple um 31 Prozent.

Das Vermögen von US-Unternehmern in der Reise- und Hotelbranche sowie im Einzelhandel schrumpfte hingegen. Die Daten wurden von der Organisation Americans for Tax Fairness und dem Institute for Policy Studies erhoben.

LITAUEN - Schaufensterpuppen im Restaurant

Litauen hat mit der Öffnung der Gastronomie einen weiteren Schritt in Richtung Normalität gewagt. Nach wochenlangen Beschränkungen in der Corona-Pandemie dürfen seit Wochenbeginn in Bars, Cafés und Restaurants unter strengen Auflagen wieder die Sitzbereiche genutzt werden. Damit sich die Gäste nicht so allein fühlen und an die Abstandsregeln halten, setzen in der Hauptstadt Vilnius mehrere Lokale auf ganz spezielle Dauergäste - und haben unbenutzte Tische, Sitzplätze und Barhocker mit modisch gekleideten Schaufensterpuppen besetzt. Wegen der Abstands- und Hygieneregeln muss jeder zweite Tisch frei bleiben. Litauen mit seinen knapp drei Million Einwohnern verzeichnete bislang rund 1600 bestätigte Infektionen und über 60 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Die Regierung hat den Notstand ausgerufen und das baltische EU-Land bis 31. Mai unter Quarantäne gestellt.

FRANKREICH - Picknick im Radius von 100 Kilometern

Das Coronavirus verunsichert viele Französinnen und Franzosen - hinzu kommen zahlreiche Regelungen und Verbote der Regierung. Da kann man schon mal den Überblick verlieren. Die Zeitung "Le Parisien" zum Beispiel beantwortet daher jeden Tag Leserfragen zu Corona. Am Freitag fragte etwa ein Leser, ob er mit Menschen, mit denen er zusammenlebt, ein Picknick machen darf.

Die Antwort: Ja, insgesamt dürfen sich sogar zehn Menschen im öffentlichen Raum verabreden - und sie müssen nicht mal zusammenleben. Allerdings: Wenn er sein Picknick mehr als 100 Kilometer entfernt von seinem Wohnhaus plant, ist das verboten.Denn eine Regel, die mit den Lockerungen einhergeht, besagt, dass die Menschen sich nicht ohne triftigen Grund mehr als 100 Kilometer von ihrer Wohnung entfernen dürfen. Diese Bestimmung scheint viele zu verunsichern.

So fragte Leser Patrick jüngst, ob die 100-Kilometer-Grenze bedeutet, dass man nur maximal 50 Kilometer für die Hinfahrt und 50 Kilometer für die Rückfahrt zurücklegen darf? Antwort: nein. Diese Entfernung, so "Le Parisien", sei als Radius zu verstehen, nicht als Durchmesser eines Kreises. Und innerhalb dieses Kreises mit einem Radius von 100 Kilometern darf Patrick so viele Kilometer zurücklegen, wie er will. Verstanden?

BRASILIEN hat die zweitmeisten Corona-Infizierten weltweit

Brasilien hat nach jüngsten Angaben die zweithöchste Zahl von Infizierungen mit dem neuartigen Coronavirus weltweit und liegt damit nun vor Russland - nur die USA haben noch mehr Fälle. Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Freitag 20 803 Infizierte mehr als am Donnerstag. Damit stieg die Zahl der Infizierten in dem mit 210 Millionen Einwohnern größten Land Lateinamerikas auf 330 890.

Russland kam nach Aufzeichnungen der amerikanischen Johns Hopkins Universität zuletzt auf 326 448 Fälle (Stand Freitagabend). Allerdings weichen die Zahlen der Universität aus methodischen Gründen zuweilen von den offiziellen Angaben der einzelnen Länder ab.

Mindestens 21 048 Menschen sind in Brasilien im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben. Bei der Zahl der Todesopfer liegt das Land damit weltweit weiter auf Platz sechs.

Der Nothilfe-Koordinator der Weltgesundheitsorganisation, Michael Ryan, sagte im WHO-Briefing zur Coronavirus-Pandemie am Freitag, dass Südamerika das "neue Epizentrum der Krankheit" und "das am meisten betroffene" Land sicher Brasilien sei. Ryan erwähnte auch die Situation im Amazonas-Gebiet, wo sowohl die Infektionsrate als auch die Mortalitätsrate in Brasilien am höchsten sind. Das Gesundheitssystem und das Bestattungswesen sind vielerorts in der strukturschwachen Region kollabiert. Zudem sind die Indigenen in Amazonien besonders anfällig für das Virus der Weißen.

Das brasilianische Gesundheitsministerium empfiehlt unterdessen das umstrittene Malaria-Medikament Hydroxychloroquin zur Behandlung von mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Patienten. Das Mittel könnte auch Menschen mit nur leichten Symptomen verabreicht werden.

WHO: Mehr als 100.000 Infizierte in Afrika

In Afrika haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 100.000 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Dennoch nehme die Corona-Pandemie auf dem Kontinent einen anderen Verlauf als anderswo auf der Welt, sagte die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti, in einer Stellungnahme am Freitag."Bisher (...) sind dem Kontinent die hohen Todeszahlen erspart geblieben, die andere Regionen der Welt getroffen haben", so Moeti. In Afrika wurden demnach bisher 3.100 Todesfälle in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19 gemeldet. Als die WHO-Region Europa 100.000 Corona-Fälle gemeldet hatte, gab es dort im Vergleich schon 4.900 Todesfälle.

Ersten Analysen zufolge könnte die relativ niedrige Todesrate mit der demografischen Struktur des Kontinents zu tun haben, da mehr als 60 Prozent aller Afrikaner jünger als 25 sind. Ältere Menschen tragen ein höheres Risiko, nach einer Infektion ernsthaft zu erkranken. Zudem hätten afrikanische Regierungen frühzeitig Ausgangsbeschränkungen eingeführt, was sich zusammen mit anderen Maßnahmen positiv ausgewirkt haben könnte, hieß es. Moeti warnte indes, dass die Gesundheitssysteme afrikanischer Länder nicht robust genug sein könnten, um angemessen auf einen plötzlichen Anstieg von Corona-Fällen zu reagieren. Auch darum seien mehr Tests notwendig.

Es besteht die Sorge, dass Lockerungen der Sicherheitsmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu einem signifikanten Anstieg der Fälle führen könnten. Auf dem Kontinent hat Südafrika bisher mit über 20.000 (Stand Freitag) die höchste Zahl bekannter Corona-Fälle. Das kleine Lesotho dagegen hat nach Behördenangaben bisher nur zwei nachgewiesene Fälle.

(APA)

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