Corona-Demos in Wien am Wochenende erst ab 18 Uhr

In der Wiener Innenstadt darf am kommenden Wochenende erst ab 18 Uhr demonstriert werden.
In der Wiener Innenstadt darf am kommenden Wochenende erst ab 18 Uhr demonstriert werden. ©APA/FLORIAN WIESER
Wegen des offenen Einkaufswochenendes dürfen sich Demos am Samstag und Sonntag in der Wiener Innenstadt erst ab 18 Uhr treffen. Für den Wirtschaftsbund ist die "Weihnachtsruhe" nötig, um den Handel zu entlasten. Die MFG möchte das hingegen nicht hinnehmen.
Lichtermeer für Corona-Tote am Sonntag

In der Wiener Innenstadt werden am Wochenende größere Demonstrationen erst ab 18.00 Uhr erlaubt. Entsprechende Berichte des "Standard" und der "Kleinen Zeitung" bestätigte die Polizei gegenüber Radio Wien. Grund dafür ist das einzige Einkaufswochenende im Advent - aufgrund der Schließung während des Lockdowns dürfen die Geschäfte auch am Sonntag öffnen. Der Wirtschaftsbund fordert eine solche "Weihnachtsruhe" in ganz Österreich.

Versammlungsfreiheit vs. Erwerbsfreiheit

"Wir prüfen sorgfältig jede Anzeige und müssen das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit gegen das Grundrecht der Handelstreibenden auf Erwerbsfreiheit abwägen. Gerade am einzigen Einkaufswochenende im Advent wird die Landespolizeidirektion Wien den Interessen des Handels dabei besonderes Augenmerk widmen", so Polizeisprecher Markus Dittrich.

Demo-Tour durch den Wiener Prater angeboten

Mit den jeweiligen Demo-Organisatoren versuche man einvernehmliche Lösungen zu finden. Entweder könne die Beginnzeit der Kundgebung verlegt werden oder aber der Ort. Wer bereits um 12.00 Uhr demonstrieren wolle, könne dies etwa im Prater tun. Besteht man auf der Innenstadt als Ort, müsse man die Schließzeit der Geschäfte um 18.00 Uhr abwarten.

Lichtermeer am Sonntag erst ab 18.30 Uhr

Die Organisatoren des Lichtermeers zum Gedenken an die Corona-Toten am Wiener Ring beginnen ihre Veranstaltung am Sonntag daher statt um 16.30 Uhr erst um 18.30 Uhr.

Die impfkritische Partei MFG, die am Samstag am Schwarzenbergplatz eine Kundgebung abhalten will, möchte dies dagegen nicht hinnehmen. Die Untersagung einer Versammlung zum Zweck des ungehinderten Shoppings höhle die Versammlungsfreiheit aus. Demonstrationen seien typischerweise mit einer gewissen Belastung von Einkaufsstraßen verbunden - und eine Versammlung in einem wenig besuchten Park weit außerhalb des zentralen Stadtgebietes wäre "völlig sinnentleert", da man seine Meinung damit ja niemand zeigen könne, hieß es in einer Aussendung.

"Weihnachtsruhe" für Demonstrantionen

"Unsere Unternehmen haben durch den Lockdown und Einschränkungen bereits schwere finanzielle Verluste in der ohnehin so wichtigen Weihnachtszeit hinnehmen müssen", meinte dagegen Wirtschaftsbund-Generalsekretär Kurt Egger in einer Aussendung. "Wir fordern deshalb eine österreichweite Weihnachtsruhe für Demonstrationen am kommenden Wochenende." Diese solle selbstverständlich nur für das Einkaufswochenende vor Weihnachten und Tourismuszonen gelten und zu keinen weiteren Einschränkungen der demokratischen Grundrechte führen.

ÖVP: Demos sind "enormes Sicherheitsrisiko"

Der neue Wiener ÖVP-Chef Karl Mahrer bezeichnete in einer Aussendung Demos in der Innenstadt als "enormes Sicherheitsrisiko". Besonders die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit bei der für das kommende Wochenende angekündigten Corona-Kundgebung bereitet ihm Sorgen. "Hier hoffe ich auf eine klare Entscheidung der Landespolizeidirektion Wien, ob diese Kundgebung in diesem Bereich im Hinblick auf die öffentliche Sicherheit stattfinden kann. Zudem ist das Weihnachtsgeschäft für viele Betriebe und ihre Mitarbeiter entscheidend."

(APA/red)

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