Copie Conforme

Wortreiche Beziehungsspiele in der Toskana: Altmeister Abbas Kiarostami inszeniert Juliette Binoche in einem Verwirrspiel um Fiktion und Identität, das nur zu Beginn philosophisch ist.

“Der ganze Sinn des Lebens ist Spaß zu haben”, heißt es in Abbas Kiarostamis neuem Film “CopieConforme“. Der iranische Regisseur lässt darin die französische Schauspielerin Juliette Binoche in ein verwirrendes Beziehungsspiel rund um Identitäten, Wirklichkeit und Fiktion abgleiten. Für ihre Darstellung erhielt Binoche bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes den Preis als beste Schauspielerin. “CopieConforme” startet am Freitag (24.9.) in den heimischen Kinos.

“Alles ist Kopie”

In einem Sommer in der Toskana trifft eine französische Kunsthändlerin (Juliette Binoche) auf einen britischen Schriftsteller (William Shimell). Aus Vergnügen geben sich beide als Eheleute aus. Der Schriftsteller, der in einer kleinen toskanischen Stadt aus seinem neuen Buch liest, lädt sie anschließend auf eine Autofahrt ein. Nach dem Motto des Buches “Alles ist Kopie” ahmen sie die Dialoge eines Paares nach. Denn, wenn Liebende im Leben immer nur spielen, dann kann man doch auch so tun, als sei man einander fremd und umgekehrt.

CopieConforme” ist der erste Film des iranischen Altmeisters Abbas Kiarostami, den er in Italien gedreht hat. Der Filmemacher, der durch die Poesie seiner Werke wie “Quer durch den Olivenhain” oder “Der Geschmack der Kirsche” bekanntwurde, konzentriert sich diesmal auf das wortreiche Spiel mit Wirklichkeit und Fiktion. An einem Sommertag in der Toskana driften die beiden Darsteller jedoch in immer plattere Dialoge ab. “Nichts hat sich verändert”, sagt er zu ihr. “Du hast Dich verändert”, sagt sie zu ihm. Gemeinsam durchwandern die beiden mögliche Szenen einer Beziehung und spazieren dabei über schöne Plätze der Toskana, ihr Verwirrspiel bleibt nur zu Beginn philosophisch und spannend.

In Kiarostamis Heimat, dem Iran, ist der neue Film des 70-jährigen Regisseurs übrigens wegen Juliette Binoches Kleidung weiterhin ohne Starttermin. Dabei wird in “CopieConforme” weniger auf nackte Haut, als auf immer verkopftere Dialoge gesetzt.

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