CO2-Steuer: Österreich zieht nach

Die CO2-Steuer in Österreich beträgt 30 Euro pro Tonne.
Die CO2-Steuer in Österreich beträgt 30 Euro pro Tonne. ©APA/DPA/Oliver Berg
Österreich will ab 2022 eine CO2-Steuer einführen. Dabei gehört Österreich nicht zu den ersten Ländern, die eine solche Steuer implementieren. Und auch nicht zu jenen Ländern mit der höchsten Abgabe.
Österreicher müssen CO2-Steuer zahlen

Um fossile Energien zu verteuern und klimaschonende Alternativen voranzubringen gibt es in vielen europäischen Ländern bereits CO2-Steuern. In Österreich soll ab 1. Juli 2022 die Tonne CO2, die beim Autofahren und Heizen erzeugt wird, mit 30 Euro bepreist werden. Im folgenden einige Beispiele für die Bepreisung von CO2 bzw. CO2-Äquivalenten in Europa:

Deutschland steigt bei CO2-Steuer tief ein

Ab Jahresbeginn 2021 wird in Deutschland ein CO2-Preis für Verkehr und Heizen eingehoben. Pro Tonne CO2, die beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht, müssen verkaufende Unternehmen wie Raffinerien zum Start 25 Euro zahlen. Der Preis wird an die Kunden weitergegeben. Der CO2-Preis wird bis 2025 auf 55 Euro je Tonne steigen (2022: 30 Euro, 2023: 35 Euro, 2024: 45 Euro).

Skandinavien bei CO2-Steuer Vorreiter

Als erstes EU-Land führte Finnland im Jahr 1990 eine CO2-Steuer ein. In Schweden gibt es bereits seit 1991 eine CO2-Steuer, die im wesentlich CO2-Emissionen aus dem Verkehrs- und Gebäudesektor betrifft. Die Höhe beträgt im Jahr 2021 1.200 Schwedenkronen (118 Euro) pro Tonne CO2. Die Steuer wird jährlich mit der Inflation angepasst. Am 1. August 2019 hat Schweden Ausnahmen von der Steuer abgeschafft oder reduziert, um sein Klimaziel der Nullemissionen bis 2045 zu erreichen. So wurde etwa die Ausnahme für den Gebrauch von Diesel im Bergbau entfernt. Nach einer Aufstellung der Weltbank ist die schwedische CO2-Steuer weltweit die höchste derartige Abgabe.

Schweiz besteuert Heizöl und Erdgas

In der Schweiz wird seit 2008 auf fossile Brennstoffe wie Heizöl oder Erdgas eine CO2-Abgabe als Lenkungsabgabe erhoben. Sie soll Anreize zum sparsamen Verbrauch und zum vermehrten Einsatz klimafreundlicher Energieträger setzen. Der Ertrag wird größtenteils an die Bevölkerung und die Wirtschaft zurückverteilt. Davon profitiert, wer wenig verbraucht. Betreiber treibhausgasintensiver Anlagen können sich von der Abgabe befreien lassen, wenn sie sich im Gegenzug zu einer Emissionsverminderung verpflichten. Betreiber großer treibhausgasintensiver Anlagen sind ins Emissionshandelssystem eingebunden und sind ebenfalls von der CO2-Abgabe befreit. Aktuell beträgt die CO2-Abgabe rund 88 Euro pro Tonne CO2. Die nächste Erhöhung ist per Anfang 2022 auf 120 Franken (111 Euro) vorgesehen.

"Gelbwesten" protestierten in Frankreich

In Frankreich gibt es seit 2014 eine CO2-Steuer. Ursprünglich hätte die CO2-Bepreisung bis auf 86 Euro pro Tonne CO2 im Jahr 2022 steigen sollen. Nach schweren sozialen Protesten ("Gelbwesten") im Jahr 2018 gegen die geplanten höheren Steuern auf Sprit und allgemein gegen gestiegene Lebenshaltungskosten wurde der Plan der Regierung abgeschwächt. Die Rate wurde bei 45 Euro pro Tonne CO2 für die Jahre 2019, 2020 und 2021 eingefroren.

CO2-Steuer auch in anderen Ländern

In Irland gibt es seit 2010 eine CO2-Steuer, um den Ausstoß von Treibhausgasen einzubremsen. Die irische Steuer gilt für alle fossilen Brennstoffe. Es gibt Ausnahmen für die E-Wirtschaft, Industrie, Transport und Luftfahrt. Die Höhe liegt bei 33,5 Euro pro Tonne CO2.

Slowenien folgte bereits 1996 dem Beispiel der nordischen Länder, indem es ebenfalls eine CO2-Steuer einführte. Der Preis liegt bei 17 Euro pro Tonne CO2. Und auch in Lettland findet eine CO2-Bepreisung mit 12 Euro pro Tonne statt. Bis Ende 2019 hatten weltweit insgesamt 29 Staaten oder Regionen eine CO2-Steuer eingeführt.

(APA/Red)

  • VIENNA.AT
  • Österreich
  • CO2-Steuer: Österreich zieht nach
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen