Clement trifft US-Vize Cheney

Der deutsche Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) trifft am Dienstag (Ortszeit) überraschend mit US-Vizepräsident Richard Cheney zusammen.

Dies zeige, dass die US-Regierung nicht etwa die deutsche Opposition bevorzuge, hieß es in diplomatischen Kreisen in Washington. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) war vergangene Woche unerwartet mit Präsident George W. Bush zusammengetroffen. Die Begegnung fand wenige Stunden vor dem Treffen von Bundeskanzler Gerhard Schröder und US-Außenminister Colin Powell am Freitag in Berlin statt.

Clement traf zum Auftakt seines Washington-Besuches am Montag mit Handelsminister Donald Evans zusammen. Auch ein Gespräch mit Notenbank-Chef Alan Greenspan stand auf dem Programm. Nach Angaben von Clements Sprecherin Andrea Weinert fand die 40 Minuten lange Begegnung mit Evans in einer angenehmen Atmosphäre statt. Die Minister hätten schnell Übereinstimmung in den wichtigsten Fragen entdeckt. Die guten und umfangreichen wirtschaftlichen Beziehungen hätten nach ihrer Auffassung durch den Streit in der Irak-Politik keinen Schaden genommen. Allerdings seien sich Clement und Evans auch einig darin gewesen, dass es noch viel zu tun gebe, um sie zu stärken.

Am Dienstag spricht Clement außer mit Cheney noch mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Zoellick. Ferner nimmt er am ersten deutsch-amerikanischen Unternehmergipfel in Washington teil. Dazu kommen knapp 100 der einflussreichsten Wirtschaftsbosse aus Deutschland und den USA zusammen. Dabei geht es vor allem um die durch den Irak-Krieg beschädigte transatlantische Partnerschaft. Die Begegnung, die die gemeinsamen Wirtschaftsinteressen unterstreichen soll, ist als Aufforderung an die Politiker gedacht, den Dialog wieder zu beleben.

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