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Christopher Lee wird 80

Horror-Star Christopher Lee wird 80. Seine jüngste Rolle war die des Zauberers Saruman in "Herr der Ringe". Letztes Jahr wurde Lee zum Comander of the British Empire ernannt.

Graf Dracula kann so freundlich sein. Er spricht reines Deutsch, aber sein Zulu ist auch nicht schlecht, wie man hört. Er liebt es, neue Sprachen zu lernen. „Ich finde es unhöflich, einfach davon auszugehen, dass alle Welt Englisch spricht“, sagt der 1,90-Meter-Mann und lächelt. Man kann ihm endlos zuhören, wenn er aus seinem langen Leben erzählt. Dann erst wird richtig klar, wie gut er sich vor der Kamera verstellen kann, denn Christopher Lee, der wohl berühmteste Horror-Darsteller der Welt, ist privat alles andere als zum Fürchten. Am Montag (27. Mai) wird er 80 Jahre alt.

Als Zwölfjähriger hatte er Gelegenheit, das Böse zu studieren: In München sah er Nazi-Größen bei öffentlichen Reden zu. „Das Ganze wirkte in unglaublicher Weise wie eine Theaterinszenierung“, erinnert er sich im Gespräch mit Journalisten, „die Mächtigen bedienen sich ja oft des Theaters und des Mummenschanzes“. Trotz aller Verachtung habe er immer versucht, ein „gewisses Maß an Sympathie“ für die von ihm verkörperten Monster aufzubringen. „Ich halte es da mit Anthony Hopkins, der einmal gesagt hat, er spiele keine Schurken, sondern Menschen.“

Kein Mensch allerdings ist der Zauberer Saruman aus „Der Herr der Ringe“, seine jüngste Rolle, die er als Krönung seiner über 50- jährigen Filmkarriere betrachtet. Seit der Erstveröffentlichung der Fantasy-Trilogie Mitte der 50er Jahre hat er die Tolkien-Bücher jedes Jahr gelesen und sich immer gewünscht, in einer Verfilmung mitspielen zu dürfen. Dieser Traum wurde wahr, als ihm die Saruman-Rolle angeboten wurde. „Ein wundervoller Part“, schwärmt er, „Ein Unsterblicher, 8000 Jahre alt. Um das auszudrücken, musste ich möglichst „unmenschlich“ agieren. Dieser Saruman kratzt sich natürlich nicht am Kopf oder so.“

Die Beschränkung macht nach seiner Überzeugung einen guten Schauspieler aus. „Heute agieren vor allem viele US-Schauspieler, als stünden sie vor einem Spiegel. Völlig übertrieben. Bei einem guten Darsteller hat jede Geste eine Bedeutung“, meint Lee. Faszinierend an Saruman findet er, dass es ein „gefallener Engel, ein Luzifer“ ist, der einst der weiseste aller Zauberer des Fantasiereiches Mittelerde war: „In meinem Leben haben viele als verhältnismäßig vernünftige Leute begonnen und dann schreckliche Dinge getan.“

Im November ist der Sohn einer italienischen Gräfin und eines englischen Offiziers von Königin Elizabeth II. zum Commander of the British Empire ernannt worden. „Die Queen hat zu mir gesagt: „Sie haben aber eine lange Karriere gehabt! 55 Jahre jetzt.“ Es begann 1947 mit einer Nebenrolle in „Corridor of Mirrors“, der Durchbruch kam 1958 mit „Dracula“. Auf den transsylvanischen Vampir war er dann lange Jahre so festgelegt, dass es in manchen Biografien des Londoners hieß, er sei in Rumänien geboren.

Später spielte er sogar Helden wie Sherlock Holmes. Immer wieder hat er durch seine Vielseitigkeit überrascht: 1983 etwa lernte endlich auch das deutsche Publikum seine sehr tiefe Stimme kennen – als Erzähler wirkte er da an dem Zeichentrickfilm „Das letzte Einhorn“ mit. Er spielte in Krimis, Western und Komödien und kam mit seinen insgesamt fast 300 Filmen sogar ins Guinness-Buch der Rekorde. Vieles davon, so meint er gelassen, kann man getrost vergessen – als Saruman soll man ihn in Erinnerung behalten.

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