Christian Lell ist für ÖFB "interessant"

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Als interessant sieht ÖFB-Teamchef Constantini die neu aufgetauchte Option an, dass Ex-Bayern-München-Spieler Christian Lell in Zukunft für Österreich spielen möchte.

Lell, aktuell Kapitän des Zweitligisten Hertha Berlin, hatte via “Bild am Sonntag” wissen lassen: “Meine Mutter Franziska stammt aus Österreich, deshalb habe ich beide Pässe. Ich konzentriere mich im Moment nur auf Hertha. Aber käme die Anfrage, wäre ich nicht abgeneigt.”

Constantini meinte zu diesem Thema: “Diese Geschichte wird derzeit geprüft. Wenn einer bei Bayern gespielt hat und bei Hertha Leistung bringt, dann ist das natürlich interessant.” Der Teamchef betonte aber, dass er mit der Leistung von Florian Klein als rechter Verteidiger im Spiel in Brüssel sehr zufrieden war und auch weiter mit Dag plant. Laut ÖFB wird derzeit geprüft, ob Lell auch schon zum Zeitpunkt seines ersten Spieles für eine deutsche Jugend-Nationalmannschaft österreichischer Staatsbürger war. Nur dann sei ein Einsatz fürs ÖFB-Team theoretisch möglich.

Nach dem guten Start in die EM-Qualifikation scheint Constantini seinen Mannschaftsstamm gefunden zu haben. Das demonstrierte der Tiroler auch am Dienstag bei der Bekanntgabe seines 23-Mann-Kaders fürs Test-Länderspiel am 17. November (20.30 Uhr) im Wiener Happel-Stadion gegen Griechenland, den Europameister 2004. Das ÖFB-Team wird ohne große personelle Überraschungen ins letzte Match des Jahres gehen.

Kapitän Marc Janko und David Alaba kehren nach dem verletzungsbedingten Fehlen in den jüngsten Quali-Spielen gegen Aserbaidschan (3:0) und Belgien (4:4) ins Aufgebot zurück. Alaba verdrängte Fabian Koch aus dem Kader, neu im Trio der Torhüter ist Pascal Grünwald anstelle von Griechenland-Legionär Michael Gspurning. Verletzt fehlen gegen die Griechen u.a. Emanuel Pogatetz und Ekrem Dag.

Constantini, der in seiner Zeit als Profi auch eine Saison (1981/82) für den griechischen Verein Kavalla gespielt hat, stellt sich auf einen schwierigen Jahresausklang ein. Der 55-Jährige verwies darauf, dass die Griechen seit ihrem sensationellen EM-Triumph 2004 auch an der EM 2008 und der WM 2010 teilgenommen haben. Zudem führen die Griechen aktuell nach zwei Siegen und zwei Remis die Gruppe F der EM-Qualifikation an.

“Griechenland ist eine spielstarke Mannschaft, mit viel Erfahrung und gefährlichen Stürmern”, meinte Constantini, der eine ähnliche Leistung wie zuletzt gegen Belgien sehen möchte. “Ich möchte eine Bestätigung haben, dass wir uns verbessert haben. Dafür muss natürlich auch das Ergebnis passen. Ich hoffe auf eine ähnliche Einstellung und eine ähnliche spielerische Leistung wie gegen Belgien”, formulierte der Nationaltrainer die Ziele fürs elfte Duell mit Griechenland (bisher 3 Siege, 5 Remis, 2 Niederlagen, 15:15 Tore).

Der gegen Belgien ausgeschlossene Paul Scharner wurde trotz drohender Sperre (ein bis zwei Pflichtspiele) einberufen. “Scharner gehört zum Team dazu”, begründete Constantini, der zuletzt via “Sportwoche”-Interview scharf vom ausgemusterten György Garics kritisiert worden. Zu den Aussagen des Italien-Legionärs wollte sich der Tiroler nicht äußern. “Dazu gebe ich keinen Kommentar ab. Das hat keinen Sinn, das bringt ja nichts.”

Fürs Match gegen die Griechen sind bis Dienstag 8.000 Karten verkauft worden. Für jedes abgesetzte Ticket wird der ÖFB einen Euro für einen guten Zweck spenden. Griechenlands portugiesischer Teamchef Fernando Santos wird sein Aufgebot fürs Wien-Gastspiel voraussichtlich am Freitag nominieren.

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