Chéri: Eine Komödie der Eitelkeiten

nkonventioneller als ein Mann mit halb so alter Freundin ist auch heute noch eine Frau mit einem blutjungen Liebhaber, der ihr Sohn sein könnte. Stephen Frears ("The Queen") hat in seinem neuen Film "Chéri" nach einem Roman der Schriftstellerin Colette dieses Szenario Anfang des 20. Jahrhunderts inszeniert.

Der neue Film mit Michelle Pfeiffer in der Hauptrolle lief auf der Berlinale im Wettbewerb. Im Februar 2009 feierte die Komödie Premiere – und Regisseur Stephen Frears, die Schauspieler Michelle Pfeiffer und Rupert Friend sowie Drehbuchautor Christopher Hampton schritten bei Kälte und Regen über den roten Teppich.

Frears ist diesmal wieder eindeutig näher bei seinem einstigen Erfolgsfilm “Gefährliche Liebschaften” (1989) als bei seinem brillanten Charakterdrama “The Queen”. Und leider ist das Drehbuch von Hampton auch nicht halb so gut wie jenes von Peter Morgan. Zwar bietet der Beginn von “Chéri” das, was man an Frears liebt: Ein Witz jagt den anderen, schön eingeführte Charaktere, gute Dialoge. Nach dem schwungvollen Auftakt flaut “Chéri” aber enorm ab und beginnt zwischendurch dann so richtig zu langweilen. Das kann auch die erste Zusammenarbeit mit Michelle Pfeiffer seit mehr als zehn Jahren – schon bei den “Liebschaften” durfte sie verführerisch sein – nicht retten.

Pfeiffer spielt Lea, eine ehemalige Kurtisane, die sich mittlerweile ein angenehmes Leben leisten kann und sich aus dem Gewerbe zurückgezogen hat. Sie lernt über die ehemalige Kollegin Mme Peloux (Kathy Bates) den wunderschönen, jungen Mann mit Kosenamen “Chéri” (Rupert Friend) kennen. Peloux’ Sohn soll bei Lea zum Mann ausgebildet werden. Lea sagt zu – und was als spielerischer Flirt beginnt, wird zu einer leidenschaftlichen Liebe. Nach sechs Jahren soll “Chéri” eine junge, schöne Frau seines Alters heiraten. Es ist der Zeitpunkt, an dem das Drama beginnt, bei dem es nur Verlierer geben kann. Und eine Sackgasse.

Der Film basiert auf dem Roman “Chéri” von Sidonie-Gabrielle Colette (meist nur als Colette bekannt), einer französischen Schriftstellerin, Varietékünstlerin und Journalistin. Sie ließ “Chéri” im Paris Anfang des 20 Jahrhunderts spielen. Zu diesem Zeitpunkt war Paris das mondäne Zentrum der Welt, und das Etablissement Maxim war Mittelpunkt der Dekadenz. Und natürlich stehen die Frauen im Mittelpunkt: “Wissen Sie, ich bin auch im echten Leben von Frauen umgeben, vielleicht mache ich es deshalb”, kokettierte Frears bei der Pressekonferenz in Berlin. Und die erneute Zusammenarbeit mit Michelle Pfeiffer musste er nicht lange begründen: “Sie ist einfach wunderschön.”

Pfeiffer, in Berlin äußerst gut gelaunt, verriet bei der Pressekonferenz ein paar Geheimnisse ihrer Schönheit. “Ich lebe gesund, treibe Sport, bin happy und genieße einfach das Leben”, sagte die 50-Jährige. Während Dreharbeiten pflege sie sich besonders gut, erklärte sie. “Und wenn ich nicht arbeite, dann halte ich mich einfach zurück”, schmunzelte sie. Frears fügte scherzend hinzu, tatsächlich habe Pfeiffer keine Probleme mit verblassender Schönheit. Im Film habe sie das toll gespielt, “obwohl sie im wirklichen Leben gar nicht davon betroffen ist”. Bei der Pressevorführung gab es freundlichen Applaus, für einen Bären kommt “Chéri” aber wohl nicht infrage.

http://www.cheri-derfilm.de

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