Chirac verbietet religiöse Zeichen

Nach Informationen der Zeitung  „Le Figaro" will Chirac dies in einer mit Spannung erwarteten Grundsatzrede zum Verhältnis zwischen Staat und Glaubensgemeinschaften bekannt geben.

In diesem Punkt werde der Staatschef den Empfehlungen einer Expertenkommission folgen, meldete das Blatt; ablehnen wolle er aber den umstrittenen Vorschlag, zum jüdischen Yom-Kippur-Feiertag und dem moslemischen Opferfest (Aid el Kebir) schulfrei einzuführen.

Einer am Mittwoch vom „Parisien” veröffentlichten Umfrage zufolge sind zwei Drittel der Franzosen für ein Verbot demonstrativer religiöser Zeichen an öffentlichen Schulen. 69 Prozent sprachen sich in der Studie des Instituts CSA für eine gesetzliche Neuregelung mit dem Verbot moslemischer Kopftücher, großer christlicher Kreuze oder jüdischer Kippas aus. 29 Prozent waren gegen diese Neuregelung, die in der vergangenen Woche von einem Rat aus 20 „Weisen” empfohlen worden war.

Seit einigen Jahren kommen in Frankreich zunehmend moslemische Mädchen mit Kopftüchern zur Schule und lehnen gemeinsamen Sportunterricht mit Buben ab. Lehrer sahen sich bei Klassenfahrten auch mit der Weigerung moslemischer oder jüdischer Schüler konfrontiert, christliche Kirchengebäude zu besichtigen.

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