Chinesische Kinderfrau in Paris für Doppelmord verurteilt

Eine chinesische Kinderfrau ist in Paris wegen der Ermordung ihrer Arbeitgeber zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Pariser Gericht befand am Freitag die 34-jährige Hui Zhang schuldig, Ying Wang und Liangsi Xui während eines heftigen Streits getötet zu haben, nachdem das chinesische Elternpaar erfahren hatte, dass ihr zweieinhalb Monate alter Sohn in Huis Obhut gestorben war.


Hui hatte angegeben, in Notwehr gehandelt zu haben, da die wütenden Eltern sie und ihren Freund Te Lu mit einem Fleischermesser angegriffen hätten. Dieser Argumentation folgte das Gericht aber nicht. Der 34-jährige Te, der ebenfalls in dem makabren Fall angeklagt war, wurde vom Vorwurf des Mordes freigesprochen, da das Gericht keinen Hinweis darauf fand, dass er die tödlichen Axtschläge ausgeführt habe.

Die Babysitterin hatte ihre Arbeitgeber nach dem Mord im Badezimmer ihrer Wohnung zerstückelt und die Leichenteile anschließend mit Hilfe ihres Freundes im Wald von Vincennes und in verschiedenen Mülltonnen versteckt. Der Fall war im Juni 2012 ans Licht gekommen, als Joggerinnen in dem Wald im Osten von Paris auf ein abgetrenntes Bein stießen. Ein Hund fand später einen Torso.

Wenige Tage später zeigte sich das chinesische Paar selbst bei der Polizei an. Es gab an, ein anderes Paar aus China in Notwehr getötet und zerstückelt zu haben. Hui und Te waren nach der Tat zunächst nach China gereist, doch wurden sie dort wegen des vermissten chinesischen Paars gesucht. Laut der Polizei flohen sie daher aus Angst vor der Todesstrafe wieder zurück nach Frankreich.

Hui hatte die Eltern des Kindes zu sich eingeladen, um ihnen Geld anzubieten, damit sie keine Anzeige wegen des Todes ihres Sohns erstatten. Die Leiche des Kindes wurde nie gefunden, sein Tod ist daher nicht Bestandteil des Prozesses. Die Angehörigen der getöteten Eltern erhoffen sich trotzdem Aufklärung über den Verbleib des kleinen Buben.

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