China will Nordkorea zu Atomgesprächen bewegen

China Regierungschef Jiabao bemüht sich im direkten Gespräch mit Nordkoreas Militärmachthaber Kim Jong-il um eine Wiederaufnahme der Atomverhandlungen. Zum Auftakt seiner dreitägigen Visite in Pjöngjang kamen beide Staatsmänner am Sonntag zu einem ersten Treffen zusammen.

Auch wurde “eine Reihe von Abkommen” zum Ausbau der Kooperation unterzeichnet, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Wen Jiabao, den Kim Jong-il persönlich am Flughafen empfing, ist der ranghöchste Besucher aus Peking seit Staats- und Parteichef Hu Jintao 2005.

Beobachter gaben sich aber skeptisch, ob Chinas Ministerpräsident den nordkoreanischen Machthaber zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch bewegen kann. Kim Jong-il hatte Anfang September bei einem Besuch des chinesischen Außenpolitikers Dai Bingguo zumindest wieder seine grundsätzliche Bereitschaft bekundet, “bilateral oder multilateral” über sein Atomprogramm zu sprechen. Im April hatte Nordkorea die seit 2003 laufenden Sechs-Parteien-Gespräche mit den USA, China, Südkorea, Japan und Russland einseitig aufgekündigt.

Statt der Hoffnungen auf neue Atomgespräche rückten Chinas Staatsmedien allerdings die bilaterale Kooperation in den Mittelpunkt. Anlass des Besuches von Wen Jiabao sind die Feiern zum 60. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Seit Beginn der wirtschaftlichen Reform- und Öffnungspolitik in China Ende der 70er Jahre entwickelten sich beide Seiten aber zunehmend auseinander. China versucht das Regime in Pjöngjang schon lange vergeblich zu einem ähnlichen Reformkurs zu bewegen, um das nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion völlig verarmte Land wirtschaftlich voranzubringen.

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