"Chemie-Ali" in Bagdad erneut vor Gericht

Bereits zweimal zum Tode verurteilt
Bereits zweimal zum Tode verurteilt ©APA (epa/Archiv)
Der bereits zweimal wegen Massenmordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilte Cousin des früheren irakischen Diktators Saddam Hussein, Ali Hassan al-Majid, steht seit Dienstag erneut vor Gericht. Der als "Chemie-Ali" bekannte Ex-General muss sich zusammen mit 15 Mitangeklagten wegen Verbrechen an schiitischen Kurden verantworten.

Unter den Angeklagten ist auch der frühere irakische Außenminister und Vize-Ministerpräsident Tarik Aziz, der sich bereits in einem anderen Verfahren für seine Beteiligung an Verbrechen während der Saddam-Diktatur vor einem Sondertribunal verantworten muss. Das berichtete die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak.

In dem neuen Prozess in Bagdad geht es um die Unterdrückung der sogenannten Feyli-Kurden im Irak. Internationale Organisationen schätzen, dass zwischen 1970 und 1990 rund eine Million von ihnen zwangsumgesiedelt wurden. Etwa 40.000 seit Generationen in der Umgebung von Bagdad lebende Kurden seien in den 70er Jahren in den Iran abgeschoben worden, berichtete Aswat al-Irak.

Al-Majid war im Dezember vergangenen Jahres wegen seiner Beteiligung an der brutalen Niederschlagung eines Schiiten-Aufstandes von 1991 wegen Massenmordes zum Tode durch den Strang verurteilt worden. Anderthalb Jahre zuvor hatte ein Gericht ihn bereits wegen Völkermordes an den Kurden zum Tode verurteilt. Die Strafe ist bisher nicht vollstreckt worden, weil die US-Armee sich nach juristischen Streitigkeiten innerhalb der irakischen Führung geweigert hatte, Al-Majid und zwei weitere Ex-Funktionäre, die zusammen mit ihm verurteilt worden waren, dem Henker zu übergeben.

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