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Chanteuse Juliette Greco wird 85

Greco führte ein bewegtes Leben und blieb doch stehts auf dem Boden.
Greco führte ein bewegtes Leben und blieb doch stehts auf dem Boden. ©ap
Blasses Gesicht, Ponyfransen, schwarze Kleider und ausdrucksstarke Gesten. Ein Chanson über Hoffnung und Liebe, ein anderes über Trennung und Tod. Eigentlich nichts hat sich an Grecos  Auftritten verändert.

Ihre Stimme klingt dunkel, wenn sie “L’Eternel feminin”, “Si tu t’imagines” und “Deshabillez-moi” singt, fast schon flüstert. Juliette Greco, die am 7. Februar 85 Jahre wird, steht immer noch auf der Bühne und singt Lieder von Liebe und Leid.

Grande Dame französischer Musik

Frankreichs letzte große Dame in Schwarz – nach Barbara und Edith Piaf – ist sehr aktiv. Vor wenigen Tagen hat die Sängerin ihr neues Album “Ca se traverse et c’est beau” herausgegeben, und am 11. Februar erscheinen ihre Memoiren “Je suis faite comme ca”. Dazwischen gibt sie Konzerte und lässt sich vom Publikum feiern. “La Greco”, wie die Franzosen sie liebevoll nennen, braucht die Arbeit. Sie sei wie ein Arbeiter, der sein ganzes Leben lang im Akkord geschuftet habe. “Wenn die aufhören zu arbeiten, dann sterben sie”, sagte die Chansonniere in französischen Medien.
Gefallen hat sie vielen, Frauen und Männern. Doch waren es vor allem berühmte Männer, die ihre Texte schrieben, wie Jacques Prevert, Francois Mauriac oder Albert Camus. Von einem Mann wurde sie auch entdeckt. Der Schriftsteller und Philosoph Jean-Paul Sartre besuchte sie nach einem ihrer Auftritte in ihrer Kellerbar “Le Tabou” im Pariser Künstlerviertel Saint-Germain des Pres, einem legendären Treffpunkt der Existenzialisten. Kurze Zeit später schon sang sie Sartre-Texte und stieg aus dem Keller ins Rampenlicht.

Auf dem Boden geblieben

“Ich bin nur ein kleines Sandkorn”, sagte sie einmal. Zu Kopf gestiegen ist ihr der Erfolg nie. Vielleicht deshalb, weil nicht immer alles rosig war in ihrem Leben. Wie sie in ihrer Autobiografie “Jujube” (1983) schrieb, hat sie ihren Vater, einen korsischen Polizeikommissar, kaum gekannt. Ihre Mutter war im Widerstand aktiv und wurde von der Gestapo verhaftet, ebenso wie ihre Schwester. Sie selber kam zunächst in ein Lager, dann für drei Wochen in das Gefängnis Fresnes, wo sie die Zelle 326 mit drei Prostituierten teilte.Widerstandskämpferin, Existenzialistin und ein Leben ohne Tabus: Eine Frau, die ihren Mann steht – oder, wie sie selber es formuliert, dem Teufel näher ist als den Engeln.

(APA)

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