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Casinos: SPÖ-Mann Hoscher erhält 4 Millionen Euro Abfindung

Ex-Casinos-Vorstand Dietmar Hoscher stehen noch vier Millionen Euro zu.
Ex-Casinos-Vorstand Dietmar Hoscher stehen noch vier Millionen Euro zu. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Die Casinos-Causa dürfte wohl noch einiges kosten. Während der FPÖ-nahe Vorstand Peter Sidlo über 2 Millionen Euro einklagen will, stehen dem SPÖ-Mann Hoscher bis 2022 vier Millionen zu - ohne dafür arbeiten zu müssen.
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In der Casinos-Affäre rund um die Bestellung des FPÖ-nahen Vorstandes Peter Sidlo bringen "Presse" und "profil" neue Details: Der ausgeschiedene SPÖ-nahe Vorstand Dietmar Hoscher soll laut dem Nachrichtenmagazin noch über vier Millionen Euro nach seinem Abgang von den teilstaatlichen Casinos kassieren. Gegen Sidlo wiederum soll es den Vorwurf der Pflichtverletzung geben, so die Tageszeitung.

Hoscher-Dienstvertrag geht bis bis 2022

Hoscher wurde mit 30. April 2019 abgelöst, es soll aber weiterhin bei den Casinos angestellt sein. Seit 1. Jänner 2020 verfüge er über einen bis 5. Juni 2022 befristeten Dienstvertrag als "Generalbevollmächtigter", gleichzeitig sei er aber vom Dienst freigestellt. Hoschers Jahresgehalt laut "profil": 538.296,36 Euro brutto (ohne Bonusanspruch). Casag-Sprecher Patrick Minar bestätigte auf "profil"-Anfrage Hoschers Anstellung, wollte demnach aber keine Details nennen.

Rechne man die Bezüge zusammen, die Hoscher seit seinem Ausscheiden aus dem Vorstand zustanden und bis zur endgültigen Beendigung des Dienstverhältnisses am 5. Juni 2022 noch zustünden, komme man auf einen Betrag jenseits der bisher kolportierten vier Millionen Euro.

Verknüpfungen mit FPÖ und ÖVP

Der frühere Generaldirektor der Casinos Austria AG, Alexander Labak, soll in einer Zeugeneinvernahme am 18. Dezember 2019 ausgesagt haben, ihm sei zu verstehen gegeben worden, "dass die Bestellung des "CASAG-FPÖ-Vorstandes" Peter Sidlo mit der "FPÖ-Zustimmung" für die Alleingeschäftsführung von Thomas Schmid bei der Staatsholding ÖBAG "verschränkt" gewesen sei. Die ÖVP hat stets jeden Einfluss auf die Personalia bei der Glücksspielfirma zurück gewiesen.

Laut "profil" soll Labak, der erst im Juni 2017 in die Chefetage der Casinos geholt wurde, im Zuge seiner vorzeitigen Vertragsauflösung insgesamt 2,14 Millionen Euro ausbezahlt bekommen haben.

Sidlo verlangt weitere 2,3 Millionen Euro

Sidlo, der gegen seine Abberufung Anfang Jänner den Rechtsweg beschritten hat, soll seinerseits von den Casinos 2,3 Mio. Euro verlangen. Diese wiederum sollen ihm laut "Presse" eine "grobe Pflichtverletzung" vorwerfen. Er habe nämlich gegenüber dem Aufsichtsrat die Unwahrheit gesagt, so der Vorwurf laut "Presse". Sidlo hat ein Fehlverhalten stets bestritten.

(APA/red)

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