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Cäsar der Modewelt

Er wurde von Fidel Castro, Nelson Mandela und Gorbatschow empfangen, kleidete die Beatles ein und erhält eine Ehrenauszeichnung nach der anderen.

Pierre Cardin ist Modezar, Globetrotter und Geschäftsmann in einem. Sein Vermögen aus dem Verkauf und Kauf von Mode, Parfüms, aus Immobilien und Restaurants wird auf Milliarden von Euro geschätzt. Am kommenden Dienstag (2. Juli) wird Cardin – der einzige Couturier in Paris, der noch im Besitz seines Markennamens und seines Hauses ist – 80 Jahre alt. Ans Aufhören denkt der eifrige Geschäftsmann dennoch nicht: „Aufhören. Kommt gar nicht in Frage. Ich werde bei der Arbeit sterben.“

In 50 Jahren hat der in der Nähe von Venedig geborene Modezar ein Imperium aufgebaut, auf das so mancher Kollege neidvoll schaut: 800 Firmen in 180 Ländern mit rund 200.000 Mitarbeitern, 850 Lizenzen, 18 Restaurants und vier Theaterhäuser. „Es ist kein Zufall, dass ich der einzige Mensch dieses Planeten bin, dem ein weltumspannendes Unternehmen zu 100 Prozent gehört“, erklärt Cardin, dessen Erfolgsrezept lautet: „Geld zählt nicht, nur die Arbeit.“

Der Sohn eines französischen Weinhändlers heißt eigentlich Pietro Cardini. Gleich nach dem Zweiten Weltkrieg hat er bei Paquin in Paris erstmals zum Zeichenstift und zur Schere gegriffen. Bevor er sich selbstständig machte, arbeitete er für Schiaparelli und Christian Dior. Für das Haus Dior kreierte er 1947 den berühmten „New Look“, der die Frauen in kurze Röcke steckte und ihre Rundungen betonte. In den fünfziger Jahren brach er das Monopol der Haute Couture und schuf für Damen und später auch für Herren die Pret-a-porter, bei der die gezeigten Modelle in beliebiger Auflage und zu erschwinglichen Preisen gefertigt werden.

Die Branche reagierte mit Empörung auf den „Verrat“. Doch Cardin hielt unbeirrt an seinem Vermarktungskonzept fest. Unter dem Emblem P.C. brachte er modische Accessoires, Armbanduhren, Tisch-, Bett- und Frottierwäsche, Porzellan, Keramik, Essbestecke, Möbelstoffe, Transistorengeräte, Plattenspieler und Autointerieur auf den Markt. 1969 kaufte er das alte „Theatre des Ambassadeurs“ in der Nähe des Elysee-Palastes. Daraus machte er den „Espace Pierre Cardin“, in dem sich heute ein Konferenzsaal, ein Luxusrestaurant, eine Cafeteria, eine Kunstgalerie und ein Vorführraum für Cardin-Kollektionen befinden.

1981 erweiterte Cardin sein Universum aus Mode, Parfüms, Accessoires und Dekoration um den lukrativen Geschäftszweig der gehobenen Gastronomie. Der „Weltmeister des Imagetransfers“ übernahm die Kontrolle des denkmalgeschützten, legendären Nobelrestaurants „Maxim’s“ in der Rue Royale, ganz in der Nähe des Concorde-Platzes in Paris. 1983 eröffnete Cardin Luxus-Restaurants im „Maxim’s“ Stil auch in Moskau, New York und Peking.

Für die „kreativsten Kollektionen“ erhielt der Allrounder den „Goldenen Fingerhut“ der Haute Couture. So entwarf der Modezar nicht nur eng anliegende Kostüme mit Wespentaille, den Astronauten- und Weltraum-Look, sondern auch Uniformen für die chinesische Armee, Polizei und Post.

Cardin gehen die Ideen nicht aus: Im Mai 2001 kaufte er das Schloss des Marquis de Sade im südfranzösischen Dorf Lacoste. Im früheren Wohnsitz des umstrittenen Marquis sollen künftig Konzerte und Musikfestivals veranstaltet werden.

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