Carla Bruni live in Wien: Französische Klänge im Konzerthaus

Carla Bruni gastierte live im Wiener Konzerthaus
Carla Bruni gastierte live im Wiener Konzerthaus ©APA
Musikalischer Besuch aus Frankreich: Am Freitagabend gastierte die 46-Jährige mit ihrem vierten Album "Little French Songs" live im Wiener Konzerthaus.
Bilder vom Konzert

Der Auftritt von Sängerin Carla Bruni war in jedem Fall ein außergewöhnlicher. Jedenfalls waren Smartphones und Tablets vieler Besucher nahezu ununterbrochen in Verwendung.

Doch die 46-Jährige, die nach ihrem Intermezzo als First Lady mit ihrem vierten Album “Little French Songs” an frühere Erfolge anzuschließen sucht, hatte trotz der ostentativen Sympathie des Publikums mit langen Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen.

Schwierige Stimmung bei Konzert

Zwei begleitende Musiker erledigten ihren Job an Klavier, Trompete und Gitarre wenig begeisternd. Eine übergroße Portion Botox reduzierte das Mienenspiel der in weinrotem Sakko und schwarzer Lederhose auftretenden Musikerin auf ein Minimum. Das waren die erschwerten Rahmenbedingungen des Konzerts, das Charme vermissen ließ, dafür mit interessanten Visuals aufwartete.

Die gefühlvollen und auch musikalisch interessanten alten Songs wie “Raphael”, “Le plus beau du quartier” oder “Quelqu’un m’a dit” funktionieren noch immer gut, wenngleich sie heute deutlich kühler klingen als einst.

Carla Bruni zwischen Schlager, Pop und Folk

Neue Nummern, die wie die Liebeserklärung an ihren Gatten “Mon Raymond” oder das Anti-Hollande-Spottlied “Le Pingouin” in Frankreich für Aufregung sorgten, sind augenzwinkernde Polit-Kinderlieder, einfach, fröhlich und ein wenig sarkastisch.

Ein großer Teil der Lieder, bei denen Bruni sich häufig auch selbst an der Gitarre begleitete, wirkte allerdings musikalisch wie inhaltlich austauschbar, angesiedelt irgendwo zwischen Schlager, Pop und Folk. “J’arrive à toi” sei “zur Abwechslung ein Liebeslied”, kündigte Bruni selbstironisch einen weiteren Song zum Thema Nummer eins an.

Nur selten hatte man das Gefühl, es lohne sich, genauer hinzuhören. In “Dolce Francia” sang Bruni Charles Trenets “Douce France” in ihrer Muttersprache Italienisch. Mit “Vienne” brachte sie a capella einen kurzen Auszug eines Chansons ihrer großen Kollegin Barbara. Eine kleine Verbeugung an die Gastgeber-Stadt zum Abschluss.

(APA)

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