Capitals verloren auch ihr zweites Saisonspiel

KAC feiert Sieg in Wien: Raphael Herburger
KAC feiert Sieg in Wien: Raphael Herburger ©expa/Haumer
Zwei Tage nach der Auftaktniederlage gegen die Black Wings Linz haben die Vienna Capitals auch das zweite Saisonspiel in der Erste Bank Eishockey Liga verloren. Die Wiener unterlagen Meister KAC, der zum Auftakt gegen Salzburg ebenfalls als Verlierer vom Eis gegangen war, vor 4.200 Zuschauern in der Albert-Schultz-Halle 3:5 (2:0,1:2,0:3).
Eishockey: Vienna Capitals - KAC 3:5

Turbulenter Auftakt in Wien
Ein Eishockeyspiel Wien gegen den KAC geht in der Regel nicht ohne Emotionen ab. Nach  Eröffnungsminuten, die durchaus unter die allseits populäre Rubrik „Abtasten“ gefallen waren, geschah aus heiterem Himmel die Führung für die Vienna Capitals. Heimkehrer Marcel Rodman konnte einen Abpraller von KAC-Torhüter Hannes Enzenhofer in den Maschen versenken. In der Folge wurde das Spiel hektisch und emotional. Ein harter Check von Capitals-Stürmer Gratton wurde KAC-Stürmer Schneider zum Verhängnis. Der Klagenfurter schied verletzt aus und wurde ins Krankenhaus gebracht!

Emotionales erstes Drittel
Das erste Drittel war gekennzeichnet von Emotionen und vielen versteckten Foulspielen auf beiden Seiten. Der ungarische Schiedsrichter Gebei versäumte in dieser Phase durch die Verhängung einiger Strafen für Ruhe auf der Eisfläche zu Sorgen. Klare Torchancen war auf beiden Seiten Mangelware. Die Wiener konnten sich jedoch ein leichtes Übergewicht auf dem Eis erarbeiten und erhöhten durch Verteidiger Casparsson noch im ersten Drittel auf 2:0.

KAC beginnt zweites Drittel stärker
Aufgrund mehrerer Überzahlspiele begannen die Klagenfurter im Mitteldrittel mit mehr Nachdruck und übernahmen das Kommando. In einer Phase einer doppelten Überlegenheit rettete Capitals Goalie Cassivi sein Team mit mehreren starken Abwehraktionen. Als es den Eindruck hatte, dass die Wiener diese Drangphase ohne Gegentreffer überstehen würden (Gratton vergab in der 24. Minute eine Großchance auf den nächsten Capitals-Treffer), erzielte der KAC den nicht unverdienten Anschlusstreffer. Manuel Geier traf aus kurzer Distanz – Goalie Cassivi war ohne Abwehrchance.

Umstrittenes Tor der Capitals – KAC verkürzt auf 2-3
Das zweite Drittel brachte intensive Aktionen auf beiden Seiten. Mangelnde Qualität im Abschluss vor dem Tor und ausgezeichnete Leistungen beider Torhüter verhinderten weitere Treffer in der Albert Schultz Halle. Einen großen Aufreger hatte dieses Drittel noch zu bieten. Bei einem Treffer von Capitals Verteidiger Björnlie reklamierten die Klagenfurter einen Schlittschuhtreffer. Schiedsrichter Gebei war anderer Meinung und anerkannte den Treffer nach Zuhilfenahme des Videobeweises. Die Rotjacken aus Klagenfurt verkürzten im zweiten Abschnitt erneut durch Kalt im Überzahlspiel. Mit 3-2 aus Sicht der Gastgeber wurden zum letzten Mal die Seiten gewechselt.

KAC dreht Spiel im Schlussdrittel
Auch das letzte Drittel begann mit einem Paukenschlag. Nachdem Marcel Rodman eine Großchance für die Wiener vergab, machte es sein Bruder David nicht besser. Er scheiterte an der Latte. Praktisch im Gegenzug die kalte Dusche für die Wiener. Brown erzielte den Ausgleich für die Klagenfurter. Dem nicht genug. Die Wiener fielen in der Folge konditionell deutlich zurück. Nach einer herrlichen Vorlage von Herburger erzielte Verteidiger Reichel die erste Führung für den KAC im Spiel.

Capitals laufen an – Treffer gelingt keiner mehr
Nach der Führung der Klagenfurter erhöhten die Capitals erneut das Tempo. Im Schlussdrittel konnten die Wiener mehrere Minuten in Überzahlspiel agieren. Für die Wiener vergab David Rodman die größte Chance aus dem Spielgeschehen heraus. Verteidiger Francois Bouchard traf nur die Außenstange!

In den letzten 97 Sekunden opferten die Capitals ihren Torhüter für einen sechsten Feldspieler. Ein Risiko welches nicht von Erfolg gekrönt wurde. Im Gegenteil! Zwei Sekunden vor Ende des Spiels landete die Scheibe im leeren Netz der Wiener.

Kevin Gaudet (Capitals Trainer): Mit der kämpferischen Leistung der Mannschaft bin ich zufrieden. Die Mannschaft zeigt, dass sie großen Charakter besitzt. Heute konnte jeder deutlich sehen dass einige Spieler in der Saisonvorbereitung gefehlt haben. Der sprichwörtliche Rost war daher deutlich zu sehen. In den kommenden Tagen werden wir verstärkt Abschluss trainieren. Den Check von Gratton habe ich nicht gesehen daher möchte ich mich nicht äußern bevor ich das Video dazu gesehen habe.

Darcy Werenka (Capitals Kapitän): Wir waren heute vor dem Tor nicht abgeklärt genug. Wir müssen cooler werden und intelligenter spielen. Wir müssen in den nächsten Tagen intensiv weiter arbeiten. Dann werden wir die notwendigen Punkte einfahren.

Dieter Kalt (KAC): Das war schon heute Play Off Eishockey. Es war ein unheimlich intensives Spiel. Den Zuschauern in Wien wurde heute wirklich viel geboten. Wir haben immer an den Sieg geglaubt und waren vor wohl am Ende die Effektiveren. Wir hatten in einigen Situationen das notwendige Glück auf unserer Seite und Goalie Enzenhofer hat einen Superjob gemacht. Der Schiedsrichter hatte heute einige unterhaltsame Regelauslegungen und es hätte auf beiden Seiten deutlich mehr Strafen geben müssen.

Manuel Geier (KAC): In Wien zu spielen macht immer Spaß. Wir haben heute meiner Meinung nach verdient gewonnen. In einigen Situationen hatten wir natürlich etwas Glück aber das hat nur der Tüchtige. Dass ich ein Tor gemacht habe freut mich. Wichtig ist aber, dass die Mannschaft erfolgreich spielt.

Vienna Capitals – KAC 3:5 (2:0,1:2,0:3)
Wien, Albert-Schultz-Halle, 4.200, SR Gebei
Tore: M. Rodman (3.), Casparsson (17.), Björnlie (34.) bzw. Geier (25.), Kalt (37./PP), Brown (42., 60./EN), Reichel (49.)
Strafminuten: 16 plus 10 Disziplinar Tropper bzw. 22

Thomas Muck
In Kooperation mit sportreport.at

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