Capitals-Fehlstart zum Play-Off-Auftakt gegen Fehervar

Goalie Satosaari (Fehervar) legt sich mit Benoit Gratton (Capitals) an
Goalie Satosaari (Fehervar) legt sich mit Benoit Gratton (Capitals) an ©Andreas Urban / sportreport.at
Auftakt zur Play Off Viertelfinalserie zwischen den Vienna Capitals und SAPA Fehervar AV 19 in der Wiener Albert-Schultz-Halle: Anstelle des programmierten Auftaktsieges für die Capitals herrschte nach dem Spiel große Ernüchterung, die Ungarn setzten sich am Ende mit 3:2 nach Verlängerung durch.

Rasante Eröffnungsphase
Das Spiel begann intensiv, bereits nach 30 Sekunden gab es die ersten Strafen. Doch Torchancen waren im ersten Abschnitt Mangelware. In den brenzligen Situationen waren die beiden Torhüter Cassivi (Capitals) und Satosaari (Fehervar) stets auf dem Posten. Nach 16 Minuten gingen die Wiener in Führung: Benoit Gratton fälschte einen Schuss von Casparsson ab und verfehlte das Tor damit nur knapp. Rafael Rotter nahm die Scheibe hinter dem Tor an und kurvte vor das Tor der Ungarn. Sein Schuss aus kurzer Distanz kullerte ins Gehäuse der Gäste.

Ungarn gewinnen Mittelabschnitt
Im Mitteldrittel fanden die Wiener einige Einschussmöglichkeiten im Powerplay vor, konnten jedoch keinen weiteren Treffer erzielen. Nach Ablauf der Strafe kamen die Ungarn wieder deutlich besser ins Spiel und es folgte der nicht unverdiente Ausgleich für die Gäste. Die Capitals brachten die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel und Stürmer Marton Vas traf mit einem sehenswerten Schuss in die Kreuzecke.

Für die erneute Führung der Capitals sorgte eine Unachtsamkeit der Ungarn. Darryl Bootland kam von der Strafbank zurück aufs Eis und wurde von den Gästen übersehen. Als er daraufhin alleine zum Tor zog, wurde er einen Stockschlag am Torschuss gehindert. Statt der fälligen zwei Minuten Strafzeit verhängte das Schiedsrichterduo einen Penalty. David Rodman nahm das Geschenk der Unparteiischen an und erzielte das 2:1 (27.).

Die Führung währte nicht lange, die Wiener schwächten sich durch unnötige Strafzeiten selbst. Zur Halbzeit des Spiels traf Palkovics mit einem sehenswerten Direktschuss von der blauen Linie zum verdienten 2:2-Ausgleich.

Dauerüberzahl der Caps ohne Effektivität
Ein kurioses Highlight hatte das Spiel in der 51. Spielminute zu bieten. Die Capitals waren mit zwei Spielern mehr auf dem Eis. Das Schiedsrichterduo verhängte gegen den Goalie der Ungarn wegen des absichtlichen Verschiebens des Gehäuses eine weitere Strafzeit. Nach längeren Diskussionen entschied sich das Schiedsrichtergespann zum Wechsel des Gästetores!

Phasenweise waren die Wiener fünf Minuten sogar in doppelter Überzahl. Torerfolg stellte sich aufgrund der umständlichen und langsamen Spielweise jedoch für die Wiener keiner ein. Capitals-Trainer Kevin Gaudet verabsäumte hier jedoch, auf frische Kräfte zu setzen und brachte stets seine vermeintlich besten Angriffsformationen. Beim Spielstand von 2:2 mussten schließlich beide Teams in die Verlängerung.

Ungarn entscheiden Verlängerung
5:29 waren in der Verlängerung gespielt, als die Ungarn das Spiel für sich entschieden. David Rodman war von den Schiedsrichtern in die Kühlbox geschickt worden. Erneut netzte Krisztian Palkovics in Überzahl durch einen Schlagschuss ein, Capitals-Goalie Cassivi machte dabei keine gute Figur.

Am Ende gewannen die Ungarn den Auftakt zur Viertelfinalserie aufgrund der besseren Effektivität in der Offensive und ihrer sicheren Defensive. Besonders gegen Ende des Spiels wirkten vor allem die Starspieler der Wiener geistig müde.

Kevin Gaudet (Vienna Capitals): “So etwas habe ich in 19. Play-Off-Teilnahmen nicht erlebt. Wir haben heute Chancen nicht verwertet, die normalerweise für eine ganze Play Off Serie reichen. Wir hatten in letzten Drittel sehr lange Überzahl und konnten unsere Chancen nicht ausnutzen. Gratulation an Goalie Satosaari (Anm.: Schussverhältnis 50:27 für die Wiener!) – er hat das Spiel seines Lebens gespielt.”

Rafael Rotter (Vienna Capitals): “So ist Play-Off-Eishockey. Auf der einen Seite haben wir zu viele Chancen ausgelassen und defensiv wurde fast jeder kleine Fehler bestraft. Es ist sehr bitter für uns heute aber wie gesagt, das ist Eishockey. Die Ungarn hatten heute mit Sicherheit auch die notwendige Portion Glück auf ihrer Seite. Das Spiel selbst müssen wir schnell abhaken – am Dienstag geht es in Ungarn bereits weiter.”

Jarmo Tolvanen (Alba Volan): “Die Special Teams und die Torhüter entscheiden ein Play-Off-Spiel. Wir haben heute sogar zwei Überzahltore geschossen obwohl wir lange in numerischer Unterzahl waren. Normalerweise äußere ich mich nicht über die Schiedsrichterleistungen, aber das war heute zu viel. Wir sind in einer internationalen Liga und da ist es klar, dass es immer wieder Benachteiligungen gibt. Aber das heute war zu viel. Ich erwarte mir nicht viel aber ein Minimum an Sportlichkeit und Respekt sind Grundvoraussetzung – nur das haben wir nicht bekommen.”

Tommi Satosaari (Alba Volan): “Wir haben heute verdient gewonnen weil unsere Special Teams besser waren. Eigentlich mag ich diese Halle nicht. Nach der Leistung werde ich meine Meinung aber noch überdenken müssen(lacht). Persönliche Leistungen zählen in einen Mannschaftssport nicht. Aber ich denke ich habe heute nicht schlecht gespielt.”

Vienna Capitals – SAPA Fehervar AV19 2:3 n.V. (1:0,1:2,0:0;0:1)
Wien, Albert-Schultz-Halle, 4.200, SR Fussi/Tschebull
Tore: Rotter (16.), D. Rodman (27./Penalty) bzw. Vas (23.), Palkovics
(30./PP,66./PP)
Strafminuten: 16 bzw. 36 plus 10 Disziplinar Fekete
Stand in der “best of seven”-Serie: 0:1

Thomas Muck
In Kooperation mit sportreport.at

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