Capitals besiegen sich selbst

In Innsbruck scheiterten die überlegenen Capitals an Haie-Goalie Kotyk - und an einer Undiszipliniertheit.

Die Wiener bleiben nach der 33. EBEL-Runde und der 2:4-Niederlage in Innsbruck Zweiter, haben aber bereits sechs Punkte Rückstand auf den KAC (4:1 gegen Linz), Linz bleibt Dritter.

Capitals-Coach Gaudet hatte sein Team vor dem ersten Drittel gewarnt. Zurecht. Die Innsbrucker Haie legten mit viel Tempo los, erzielten in 5-3-Überzahl durch Guolla das frühe 1:0 (4.). Unmittelbar zuvor hatte Dan Björnlie einen Schlagschuss aufs Knie bekommen, der Verteidiger musste verletzt in die Kabine. Ein herber Verlust für die Wiener, die nur mit insgesamt sechs Verteidigern angereist waren. Der frühe Gegentreffer weckte die Capitals auf, die Wiener machten viel Druck und kreierten zahlreiche Chancen – Endstation war jedoch Innsbruck-Goalie Kotyk, der seinen Kasten bis zur Drittelpause sauber halten konnte.

Auch im zweiten Drittel beherrschten die Capitals das Spiel. Der Dauerdruck der Wiener, bei denen Björnlie wieder aufs Eis zurückgekehrt war, führte aber zu keinem zählbaren Erfolg. Kotyk blieb unbezwungen. Für die Wende zugunsten der bis dahin klar unterlegenen Innsbrucker sorgte ausgerechnet ein Wiener: Nach einer unnötigen Tätlichkeit fasste Teppert eine Fünf-Minuten-Strafe (plus Spieldauer-Disziplinarstrafe) aus. Im Powerplay sorgten die Haie mit einem Doppelschlag innerhalb von Sekunden für die Entscheidung. Erst traf Letang von der blauen Linie, kurz darauf erhöhte Belissimo auf 3:0 (38.).

Trotz des Rückstands zeigten die Wiener Moral und steckten nicht auf. Der Lohn für die Mühe kam erst in der 48. Minute: Riihijärvi bezwang mit einem satten Schuss ins Kreuzeck Kotyk zum 1:3. Riihijärvi beschenkte sich einen Tag vor seinem 39. Geburtstag wenig später auch noch mit einem Assist. Einen gefährlichen Schuss des Finnen fälschte Gratton zum Anschlusstreffer ab – 2:3 (52.). Die Capitals waren wieder im Spiel. Und wie! Beinahe sekündlich prasselten Schüsse auf das Innsbruck-Tor, zweimal landete der Puck an der Stange. In der Schlussminute riskierten die Wiener alles, nahmen Goalie Labbe vom Eis. Die Innsbrucker entschieden die Partie per Empty-Net-Goal durch Guolla (60.).

Ein glücklicher Sieg für die Innsbrucker Haie. Für Caps-Verteidiger Teppert dürfte die Rückreise im Mannschaftsbus eine sehr lange werden. Ohne die Unterzahl nach seiner Undiszipliniertheit hätten die überlegenen Capitals wohl kaum ohne Punkte die Heimreise angetreten.


Kevin Gaudet (Headcoach Capitals): “Die Fehler von Teppert und dem Schiedsrichter haben uns das Spiel gekostet. Die Strafe für die Tätlichkeit war zu hoch. Das waren zwei Minuten, nicht fünf. Solche Strafen können eine Mannschaft töten. Normalerweise hätten wir hier mindestens einen Punkt geholt. Ich bin froh, dass wir Dienstag eine Pause haben – der Spielplan ist enorm dicht, wir müssen wieder Energie tanken.”

Ron Kennedy (Headcoach Innsbruck): “Kotyk war der Schlüssel zu unserem Erfolg. Wir haben nicht gut gespielt, aber es war enorm wichtig für uns zu gewinnen.”

Rafael Rotter (Stürmer Capitals): “Natürlich war das eine blöde Strafe, aber das passiert im Eishockey. Wir haben mit drei Linien gespielt, waren zum Schluss schon müde. Trotzdem haben wir alles versucht, aber Kotyk hat sehr stark gehalten.”

Tino Teppert (Verteidiger Capitals): “Das war eine Dummheit von mir. Ich möchte mich entschuldigen. Die Schiri-Entscheidung war hart. Ich werde daraus lernen.”


Innsbruck – Vienna Capitals 4:2 (1:0,2:0,1:2)
Innsbruck, 2.000, SR Berneker, Tschebull
Tore: Guolla (4./PP, 60./EN), Letang (38.), Bellissimo (38.) bzw. Riihijärvi (48./PP), Gratton (52.)
Strafminuten: 18 bzw. 19 plus Spieldauerdisziplinarstrafe Teppert

VSV – Red Bull Salzburg 3:2 (1:0,2:1,0:1)
Villacher Stadthalle, 3.800 Zuschauer, SR Bogen
Tore: Ferland (11.), Sandrock (29./PP), Toff (33.) bzw. Kalt (25./PP), Foster (57.)
Strafminuten: 25 + Spieldauer Petrik bzw. 25 + Spieldauer Scalzo

Olimpija Laibach – Graz 99ers 3:2 (1:0,0:1,2:1)
Tivoli-Halle Laibach, 3.300, SR Potocan
Tore: Vnuk (11./PP), Banham (44./PP, 45./PP) bzw. Voce (26./PP), Riddle (57.)
Strafminuten: 16 bzw. 20 plus 10 Disziplinarstrafe Brunnegger

KAC – EHC LIWEST Linz 4:1 (2:1,1:0,1:0)
Klagenfurt, 4.120, SR Fussi Tore: Hager (12./PP, 44.), Brown (13.), Schuller (31.) bzw. Leahy (11./PP)
Strafminuten: 13 plus Matchstrafe Brown bzw. 16 plus 10 Disziplinarstrafe R. Lukas

Szekesfehervar – HK Jesenice 1:2 (0:1,0:0,1:1)
Szekesfehervar, SR Falkner
Tore: Forsyth (56.) bzw. D. Rodman (9.), Terlikar (44.)
Strafminuten: je 16

Tabelle:
  1. KAC                       33 23 10  134 :  91  48
  2. Vienna Capitals           33 19 14  117 : 106  42
  3. Black Wings Linz          33 19 14  103 :  85  41
  4. VSV                       33 18 15  106 :  90  40
  5. Red Bull Salzburg         33 18 15  119 :  98  39
  6. HK Jesenice               33 18 15  119 : 109  39
  7. HC TWK Innsbruck          33 14 19   93 : 113  33
  8. Alba Volan Szekesfehervar 33 11 22   77 : 108  28
  9. Graz 99ers                33 12 21   70 : 103  28
 10. Olimpija Laibach          33 13 20   83 : 118  28
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