BZÖ auf Konfrontationskurs mit der APA

Die österreichische Nachrichtenagentur APA sieht sich wütenden Angriffen vonseiten des BZÖ ausgesetzt: Nach einem Bericht über Gespräche mit der FPÖ wollen die "Orangen" den Kopf des zuständigen Journalisten.

Am späten Montagvormittag berichtete die APA über intensive Gespräche zwischen BZÖ und FPÖ. Ziel sei eine Kooperation. Als Quelle wurde “ein Mitglied des Landesparteivorstands” des Kärntner BZÖ genannt.

Das Kärntner BZÖ treibe eine Kooperation mit der FPÖ offenbar offensiv voran, hieß es. Parteichef Uwe Scheuch berichtete am Montag in einer Sitzung des Kärntner Parteivorstandes von laufenden Verhandlungen mit den Freiheitlichen. Scheuch habe erklärt, er sei in Gesprächen mit der FPÖ und werde die Gremien informieren, wenn diese abgeschlossen seien, so ein Mitglied des Landesparteivorstands zur APA. In dieser Sitzung wurde auch ein Grundsatzprogramm beschlossen, das am Mittwoch beim Bundesparteivorstand in Wien vorgelegt werden soll.

Details zu dem Programm wollte Scheuch bei einem Pressegespräch in Klagenfurt nicht verraten, zuerst wolle man es beim Bundesparteivorstand präsentieren. Man wolle es “zuerst den Wiener Freunden zeigen”, bevor es über die Medien kommuniziert werde.

Dementi und Forderungen

BZÖ-Landeschef Scheuch dementierte den Bericht umgehend und forderte die sofortige Suspendierung des zuständigen APA-Redakteurs. Die Geschichte über den heutigen Parteivorstand sei “frei erfunden und erlogen!”, behauptete Scheuch.

Faktum sei, “dass KEIN Mitglied aus dem Vorstand mit der APA Kontakt hatte” und die Berichterstattung
frei erfunden sei. Alle Mitglieder hätten ihre Aussagen eidesstattlich erklärt und würden zur Beweissicherung ihre Telefonlisten offen
legen. Scheuch unterstellte der APA, sie wolle “Politik machen”.

Auch die FPÖ dementierte den Bericht unmissverständlich.

APA verwahrt sich gegen politische Einflussnahme

“Ebenso wie die Berichterstattung der APA ist auch die Personalpolitik der österreichischen Nachrichtenagentur völlig unabhängig von Einwirkungen politischer Institutionen”, betonte APA-Chefredakteur Michael Lang heute, Montag, in einer Aussendung. Lang verwehrte sich damit gegen Vorwürfe des Kärntner BZÖ über die APA-Berichterstattung ebenso wie Forderungen nach der Suspendierung eines APA-Mitarbeiters. “Die Behauptung, die APA würde Geschichten erfinden bzw. lügen, ist völlig aus der Luft gegriffen und daher scharf zurückzuweisen.”

“Die Seriosität eines Mediums, die in der Aussendung des BZÖ für den Fall der APA in Frage gestellt wird, definiert sich unter anderem auch dadurch, massivem und auch öffentlich geäußertem politischem Druck in der Berichterstattung wie auch in Personalentscheidungen nicht nachzugeben”, betonte Lang. Die österreichische Nachrichtenagentur sei vielmehr gemäß Statut verpflichtet, ihren Aufgaben unabhängig von Einwirkungen politischer und wirtschaftlicher Institutionen und Gruppen zu erfüllen.

Der Redaktionsbeirat der APA – Austria Presse Agentur verwahrt sich ebenfalls gegen die Angriffe des Kärntner BZÖ-Landesparteiobmanns Uwe Scheuch. Der Vorwurf der Lüge bzw. der frei erfundenen Berichterstattung wird vom Redaktionsbeirat entschieden zurückgewiesen.

 

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