bwin-Pechsträhne hält an

Die Pechsträhne des österreichischen börsenotierten Sportwettenanbieters bwin erreichte einen neuen Höhepunkt.

Freitag, wurden in Monaco die beiden Vorstände Manfred Bodner und
Norbert Teufelberger festgenommen. Daraufhin wurde die Aktie auf
unbestimmte Zeit vom Handel an der Wiener Börse ausgesetzt. Begründet
wurden die Festnahmen mit dem „Schutz des französischen
Glücksspielmonopols“. Eine erste Anhörung der beiden bwin-Vorstände
wurde für Samstag, vor einem Gericht in Nizza angesetzt.

Frankreich ist offenbar derzeit kein guter Boden für Österreicher.
Mit den beiden bwin-Vorständen und dem gestern festgenommenen
früheren BAWAG-Chef Helmut Elsner befinden sich derzeit gleich drei
prominente Österreicher in Südfrankreich in Polizeigewahrsam. Vor der
Handelsaussetzung um 14.45 Uhr notierte die bwin-Aktie bei 25,65
Euro und damit um 3,93 Prozent unter dem Vortages-Schlusskurs.

Bodner und Teufelsberger wurden heute in Monte Carlo während der
Bekanntgabe der Partnerschaft mit dem französischen
Fußball-Erstligisten AS Monaco auf Anordnung der Finanzsektion des
Landgerichts Nanterre bei Paris festgenommen. Sie befinden sich in
Nizza auf eine Dauer von 24 Stunden in Polizeigewahrsam. Die
Anhaltung kann um weitere 24 Stunden verlängert werden. Grund der
Festnahme sei laut dem Gericht in Nanterre der „Schutz des
französischen Glücksspielmonopols“, sagte
bwin-Aufsichtsratsvorsitzender und bwin-Großaktionär Hannes Androsch.
Das habe das Außenamt herausgefunden.

Androsch bezeichnete die Festnahmen als einen „ungeheuerlichen
rechtsstaatlichen Willkürakt“, der der Sicherung des Staatsmonopols
diene, und in Widerspruch zu europäischen Recht und europäischer
Rechtsprechung stehe. Auch Menschenrechte seien verletzt worden, da
es keinen wichtigen Grund für die Festnahmen gegeben habe. Eine
Einvernahme der beiden Vorstände hätte auch ohne Festnahme
stattfinden können. Androsch sieht in Europa generell „seltsame
Kräfte am Werk, die das Staatsmonopol sichern wollen.“

bwin werde vor der EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren
gegen Frankreich anstrengen, kündigte bwin-Sprecherin Karin Klein an.
Rechtsanwälte und die Botschaft seien schon eingeschaltet worden. Zum
Verdacht auf „illegales Glücksspiel“ meinte die Sprecherin, bwin sehe
sich vollkommen im Recht, die Basis dafür sei die Gambelli-Judikatur
des EuGH.

Ungemach erreichte bwin auch aus Deutschland. Nach Sachsen
und Hessen verbot auch Bayern die Vermittlung von Sportwetten per
Internet. Andere deutsche Bundesländer bereiten ähnliche Verbote vor.

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • bwin-Pechsträhne hält an
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen