Bush und Blair beraten über Irak-Strategie

US-Präsident Bush wird heute mit dem britischen Premierminister Blair in Camp David über einen möglichen Angriff auf den Irak beraten.

Es wurde erwartet, dass beide Politiker ihre Einschätzung wiederholen, der irakische Staatschef Saddam Hussein lasse chemische, biologische und atomare Waffen entwickeln. Berater Bushs betonten, der Präsident habe noch nicht über einen Angriff entschieden.

Blair hat sich im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Regierungschefs für einen gewaltsamen Sturz Saddam Husseins ausgesprochen. Vor wenigen Tagen versicherte er, seine Regierung werde innerhalb der kommenden Wochen Beweise für die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen im Irak vorlegen. Großbritannien hatte kurz vor Beginn der Angriffe auf Afghanistan ein ähnliches Dossier über Osama bin Laden und dessen Terrororganisation El Kaida vorgelegt.

Bush will sich in der kommenden Woche außerdem mit dem kanadischen Ministerpräsidenten Jean Chretien in Detroit treffen und empfängt am Dienstag den portugiesischen Ministerpräsidenten Jose Manuel Durago Barroso im Weißen Haus. Der russische Präsident Wladimir Putin wiederholte in Telefongesprächen mit Bush und Blair seine Kritik an einem möglichen Angriff auf den Irak, wie der Pressedienst des Kremls mitteilte.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow sprach sich am Samstag für eine baldige Rückkehr der UNO-Waffeninspektoren nach Irak aus. Die Kontrolleure müssten sofort und ohne Bedingungen entsandt werden, erklärte Iwanow. Dort könnten sie klären, ob der Irak tatsächlich wie von den USA angenommen Massenvernichtungswaffen entwickele. Russland, Frankreich und China haben sich gegen einen Angriff auf den Irak ausgesprochen.

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