Bush gibt sich siegesgewiss

Mehr als vier Stunden nach Schließung der ersten Wahllokale war das Ergebnis der amerikanischen Präsidentenwahl noch völlig offen.

Der republikanische Amtsinhaber George W. Bush ging gemessen an den Stimmen der Wahlleute in Führung und gab sich bei der Verfolgung der Ergebnisse im Weißen Haus siegesgewiss. „Ich glaube, ich werde gewinnen“, sagte Bush, fügte aber hinzu: „Es wird ein aufregender Abend.“ In den besonders heftig umkämpften Staaten Ohio, Pennsylvania und Florida war das Ergebnis noch offen, wenngleich Bush in Ohio und Florida vorne lag und Kerry in Pennsylvania.

Bush baute seinen Vorsprung nach Prognosen des US-Nachrichtensenders CNN durch Siege in den beiden Bundesstaaten Arkansas und Missouri aus. Der frühere US-Präsident Bill Clinton hatte nach seiner Genesung von einer Herzoperation bis zuletzt versucht, den Bundesstaat Arkansas für die Demokraten zu gewinnen. Der Präsident baute damit seine prognostizierte Führung auf 193 Wahlmännerstimmen aus. Der demokratische Herausforderer John Kerry hat demnach bisher 112 Stimmen sicher. Für einen Sieg bei den Präsidentschaftswahlen sind 270 Wahlmännerstimmen notwendig.

Von den sogenannten „Battleground“-Staaten gewann Bush in West Virginia, sein demokratischer Herausforderer John Kerry war in Maine erfolgreich.

Nach einem erbittert geführten Wahlkampf machten am Dienstag offenbar so viele Amerikaner wie nie zuvor von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Die Behörden erwarteten eine Wahlbeteiligung von 117,5 bis 121 Millionen Bürgern – das wären 58 bis 60 Prozent der Wahlberechtigten. Möglicherweise könnte auch die bisher höchste Beteiligung von 62,8 Prozent im Jahr 1960 übertroffen werden. Bis zuletzt mobilisierten die Parteien die Bürger, um sie zur Stimmabgabe zu bewegen. Jeder zehnte Wähler nahm zum ersten Mal an einer Präsidentenwahl teil.

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