"Burlesque" bringt Aguilera halbnackt ins Kino

Popröhre Christine Aguilera hat den Sprung auf die Kinoleinwand geschafft - in einen schwulen Glittertraum namens "Burlesque".
"Burlesque" feierte Premiere
Heiße Performance bei den AMA

Der Film versammelt mit der 30-jährigen Sängerin und Altstar Cher (64) zwei mächtige Stimmen zu einem Prinzessinnenmärchen vom Waisenkind aus Iowa, das als Landei in den halbverruchten “Club Burlesque” in Los Angeles kommt und dort unter Patronage der Clubmutter Tess den Sprung zum Star schafft. Und am Ende bekommt die Prinzessin Ali sogar den Prinzen, den sie selbst anfangs für schwul hält (Cam Gigandet) und rettet das finanziell angeschlagene Etablissement. Am Donnerstag (6. Jänner) startet das Musical in den heimischen Kinos.

Ästhetisch gestaltete sich “Burlesque” in jeder Hinsicht als Spielfilmversion des 2001 entstandenen Videoclips “Lady Marmelade” von Aguilera, Lil’ Kim, Mya und Pink. Vornehmlich im verruchten Halbdunkel des Clubs spielend, besteht der Film vornehmlich aus einer Abfolge von erotischen Revuenummern im namensgebenden Burlesquestil, den Dita von Teese wieder populär gemacht hatte. In ausgeklügelten Choreographien tanzen die Damen des Clubs zum Playback auf der Bühne, die primären Geschlechtsmerkmale notdürftig bedeckt, die sekundären dafür umso stärker betont. Allerdings bleibt das Ganze letztlich doch so ziemlich, dass die Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) eine Freigabe ab sechs Jahren erteilen konnte.

Aguileras großes Plus, ihre rauchige Soul-Stimme, kommt erst nach einer Stunde zum Einsatz, nachdem sich das einstige hässliche Entlein bereits auf die Bühne hochgearbeitet hat und sie ein von Zickengegenspielerin Nikki (Kristen Bell) verursachter Tonausfall zum Livesingen nötigt. Insgesamt darf Cher mit ihrer mächtigen Stimme zwei Songs beisteuern, der Rest stammt von Aguilera.

Auch schauspielerisch muss sich die Jüngere nicht vor der legendären Cher verstecken, die nach sieben Jahren Abwesenheit mit “Burlesque” zum Spielfilm zurückkehrt und im Metier schon ein Routinier ist. Schließlich gewann sie für ihre Rolle in “Mondsüchtig” 1988 den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Im Musical “Burlesque” spielt die wie eine 40-Jährige erscheinende 64-Jährige nun vornehmlich mit den Augen – die Gesichtsmuskeln sind nach zahlreichen Schönheitsoperationen offensichtlich nur mehr begrenzt für mimische Äußerungen zu verwenden. Den charmanten Plänkeleien mit dem schwulen Bühnenmanager (Stanley Tucci) tut dies allerdings keinen Abbruch.

Ihre schwächsten Momente beim Debüt hat Aguilera noch in den Landeiauftritten am Beginn des Films, wenn sie mit großen Augen das Treiben im leicht heruntergekommenen Club betrachtet wie das Kind den Nikolaus, wenn er seinen Sack öffnet. Nach der Metamorphose zum Star ist die gebürtige New Yorkerin jedoch in ihrem Element.

Steven Antin, der ungeachtet seiner 52 Jahre zuvor als Regisseur nur “The Glass House 2” auf seiner Werkliste vorweisen kann, hat mit “Burlesque” einen Musicalfilm vorgelegt, der in Opulenz und Ausstattung zwar nicht an Vorbilder wie “Moulin Rouge” oder “Chicago” heranreicht. In seiner Konzentration auf die austrainierten Körper und choreographierten Musiknummern, die stilistisch mehrheitlich an “4 Minutes” von Madonna und Justin Timberlake erinnern, hat der Film jedoch seine Stärken. Und ein bisschen Glittererotik zur Winterzeit hat noch niemandem geschadet.

S E R V I C Ehttp://www.burlesque-film.de/filmsite/index.html

 

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