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Bulgarische Krankenschwestern und Arzt offiziell begnadigt

Die aus libyscher Haft freigelassenen fünf bulgarischen Krankenschwestern und ein Arzt sind Dienstagfrüh in der bulgarischen Hauptstadt Sofia begnadigt worden. Kurzporträts | Chronologie | |

Dies geschah nach offiziellen Angaben durch ein Dekret des bulgarischen Präsidenten Georgi Parwanow. Kurz zuvor waren die sechs an Bord der französischen Präsidentenmaschine in Bulgarien angekommen.


Bulgarische Krankenschwestern und Arzt sind freie Menschen

Nach mehr als acht Jahren Haft in Libyen sind fünf bulgarische Krankenschwestern und ein Arzt palästinensischer Abstammung am Dienstag in Sofia eingetroffen und begnadigt worden. Sie sind nun freie Menschen. Libyen hatte die gegen sie verhängten Todesurteile wegen der angeblich absichtlichen Ansteckung von über 400 Kindern mit dem Aids-Erreger in der vergangenen Woche in lebenslange Haft umgewandelt. Zuvor hatten die betroffenen Familien eine Entschädigung erhalten: Anwälten zufolge wurde für jedes infizierte Kind eine Million Dollar (rund 725.000 Euro) gezahlt – woher das Geld kommt, blieb bisher geheim.

Die fünf Frauen und der Arzt, der die bulgarische Staatsangehörigkeit angenommen hat, landeten an Bord eines französischen Flugzeugs in der bulgarischen Hauptstadt. Sie wurden von ihren Angehörigen begeistert empfangen. Der bulgarische Präsident Georgi Parwanow begnadigte sie unmittelbar nach ihrer Ankunft.

Die Frau des französischen Präsidenten, Cécilia Sarkozy, sowie die österreichische EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner hatten zuvor mit dem libyschen Revolutionsführer Muammar al Gaddafi über die „unverzügliche Überstellung“ der Inhaftierten in ihre Heimat verhandelt. Beide waren mit an Bord der Maschine.

Ferrero-Waldner stellte der libyschen Regierung nach der Heimkehr der Verurteilten eine Vertiefung der bilateralen Beziehungen in Aussicht. Die Überstellung der Sechs nach Bulgarien „wird den Weg für neue und vertiefte Beziehungen zwischen der EU und Libyen frei machen“, erklärte die EU-Kommissarin laut einer in Brüssel veröffentlichten Pressemitteilung.

Präsident Parwanow zeigte sich mit der Rückkehr der Sechs zufrieden. Damit sei der „dramatische Fall der verurteilten unschuldigen bulgarischen Bürger“ zu einem Ende gekommen, erklärte Parwanows Büro. Vor der Auslieferung war aus libyschen Kreisen verlautet, der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy wolle am (morgigen) Mittwoch nach Libyen reisen – unter der Bedingung, dass die Krankenschwestern und der Mediziner nach Hause fliegen könnten.

Der französische Präsident und EU- Kommissionspräsident José Manuel Barroso zeigten sich auch erleichtert. Sie begrüßten am Dienstag in Brüssel die Einigung, die dies nach mehr als acht Jahren in libyscher Gefangenschaft ermöglicht hatte. Sarkozy und Barroso lobten zugleich die Einrichtung einer verbesserten medizinischen Versorgung für die aidskranken Kinder in Libyen. „Der Präsident der französischen Republik und der Präsident der Europäischen Kommission begrüßen die Geste der Humanität Libyens und seines höchsten Führers und versprechen, alles zu tun, um den von Aids betroffenen Kindern zu helfen“, hieß es in einer Mitteilung. Sie äußerten „tiefe Dankbarkeit“ für die Vermittlung des Emirs und des Staates von Katar, die den glücklichen Ausgang erlaubt hätten.

Dieser Ausgang wäre nicht ohne den Einsatz und die Entschlossenheit der Kommission und vor allem der Außenbeauftragten Ferrero-Waldern und das persönliche Engagement von Frau Sarkozy möglich gewesen, hieß es. Auch Kommissionspräsident Barroso habe noch am Montag mit dem libyschen Revolutionsführer Muammar Gaddafi gesprochen, ergänzte ein Kommissionssprecher.

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